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Satellitenbilder ausgewertet Chinas Luft durch Coronavirus besser

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Die Satellitenbilder zeigen einen deutlichen Rückgang des NO2-Ausstoßes.

(Foto: Joshua Stevens/Nasa Earth Observatory)

Das öffentliche Leben steht nicht nur in der Millionenmetropole Wuhan weitestgehend still. Auch in anderen Regionen Chinas greifen bereits die Maßnahmen Pekings, die eine weitere Ausbreitung des Coronavirus verhindern sollen. Auch aus dem Weltall sind die Folgen der Epidemie sichtbar.

Die drastischen Maßnahmen, die im Zusammenhang mit der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus getroffen sind, haben die Luftqualität in China signifikant verbessert. Satellitenbilder der Weltraumagenturen Nasa und Esa zeigen, dass im Vergleich zu den ersten Januarwochen die Konzentration von Stickstoffdioxid (NO2) im Februar in weiten Teilen der Volksrepublik stark zurückgegangen ist. "Es gibt Beweise, dass dieser Wandel zumindest teilweise in Verbindung zu dem wirtschaftlichen Abschwung in Folge des Ausbruchs des Coronavirus steht", schreibt die Nasa auf ihrer Webseite. Stickstoffdioxid kann die Atemwege reizen und trägt zu saurem Regen bei.

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(Foto: Joshua Stevens/Nasa Earth Observatory)

Die amerikanische Weltraumbehörde führt aus, dass die von Peking verordnete Abschottung der Millionenmetropole Wuhan am 23. Januar eine Reihe weiterer Quarantäne-Maßnahmen in dem Land nach sich zog. Verkehrsverbindungen wurden gekappt, Großveranstaltungen abgesagt sowie zahlreiche Unternehmen zur Arbeitsniederlegung gezwungen. Stickstoffdioxid wird vor allem von Fahrzeugen, Kraftwerken und Fabriken ausgestoßen. Kommt es weniger konzentriert in der Luft vor, sind zurückgefahrene wirtschaftliche Aktivitäten naheliegend.

Satellitenbilder, die zwischen dem 1. und 20. Januar dieses Jahres aufgenommen wurden, zeigen eine wesentlich höhere NO2-Dichte in der Troposphäre - der untersten Schicht der Erdatmosphäre - als während der späteren Quarantäne von Millionen Bürgern. Die gelben und roten Flächen, die für eine hohe Konzentration des Gases stehen, sind auf dem Bild für die Zeit vom 10. bis zum 25. Februar fast vollständig verschwunden.

Ein geringer Rückgang sei in dem Zeitraum rund um das chinesische Neujahrsfest Ende Januar oder Anfang Februar immer zu beobachten, der jetzt beobachtete halte jedoch deutlich länger an. "Das ist das erste Mal, dass ich so einen dramatischen Rückgang über so einer großen Fläche aufgrund eines spezifischen Ereignisses sehe", sagte Nasa-Wissenschaftlerin Fei Liu. Zuvor sei unter anderem während der Wirtschaftskrise 2008 ein gradueller Rückgang zu beobachten gewesen, außerdem - allerdings vorübergehend und lokal - während der Olympiade in Peking 2008.

Quelle: ntv.de, fzö/dpa