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Rauchen, Kokain, Vitamine? Das hilft nicht gegen das Coronavirus

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Kokain hilft auf keinen Fall gegen das neuartige Coronavirus.

(Foto: picture alliance/dpa)

Je weiter sich das neuartige Coronavirus weltweit ausbreitet, umso dringlicher werden die Fragen nach einem Gegenmittel. Dabei tauchen immer wieder angebliche Geheimtipps auf, die sich jedoch allesamt als vollkommen unsinnig erwiesen haben. ntv.de klärt auf.

Rauchen

So schützen Sie sich gegen das Coronavirus

Um die Ausbreitung des Coronavirus zu vermeiden, empfiehlt das Robert-Koch-Institut einige Verhaltensregeln:

  • Hände mehrmals am Tag für 20 bis 30 Sekunden gründlich mit Seife waschen.
  • In die Ellenbeuge husten und niesen, damit die Hände sauber bleiben. Dabei Abstand zu anderen Menschen halten.
  • Hände vom Gesicht fernhalten, aufs Händeschütteln verzichten.
  • In öffentlichen Einrichtungen Hände möglichst mit einem Papiertuch trocknen.
  • Im Büro und zu Hause regelmäßig lüften.

Einer der ersten Vorschläge lautete, Rauchen könne gegen eine Ansteckung schützen. Die angebliche Logik hinter der Idee: Der hochgiftige Zigarettenrauch würde in der Lunge auch das Virus schädigen. Doch das Gegenteil ist der Fall: Da Covid-19 eine Atemwegserkrankung ist, sind Raucher sogar besonders gefährdet.

Durch den möglicherweise jahrelangen Nikotinkonsum könnten die Lungen bereits vorgeschädigt sein. Wer sich nun mit dem Sars-CoV-2 ansteckt, muss nach Ansicht von Ärzten mit einem schwereren Verlauf der Krankheit rechnen. Hinzu kommt, dass Rauchen häufig mit Folgeerkrankungen wie chronischen Lungen- und Herzerkrankungen verbunden ist. Die bisherige Forschung zum Virus zeigt, dass vorerkrankte Patienten besonders gefährdet sind, einen schweren Verlauf der Infektion zu haben. Einem Bericht des "Lancet Medical Journal" zufolge waren die ersten beiden Patienten, die in der chinesischen Stadt Wuhan an dem Virus starben, Langzeitraucher. Rauchern wird deshalb empfohlen, die Gelegenheit zu nutzen und die schädliche Angewohnheit aufzugeben.

Kokain

Als weiteres mögliches Heilmittel wurde zwischenzeitlich Kokain angepriesen. Auf Twitter und bei Facebook erschienen Posts mit der Behauptung, Wissenschaftler seien schockiert über diese Erkenntnis. Allerdings stellte sich sehr schnell heraus, dass es sich dabei um eindeutige Fake News handelte, die mit einem sogenannten News-Generator erstellt worden waren. Facebook kennzeichnet die entsprechenden Inhalte inzwischen auch als Fake News.

Aus medizinischer Sicht ist es auch nicht besonders sinnvoll, dass ausgerechnet ein stark abhängig machendes Medikament, das unter anderem zu Atemproblemen und Bewegungsstörungen wie bei einer Parkinson-Erkrankung führen kann, das Virus bekämpfen soll. Weil sich die Falschinformation aber über die sozialen Medien sehr schnell verbreitete, sahen sich die Regierungsstellen weltweit zur Klarstellung genötigt. Das französische Gesundheitsministerium twitterte beispielsweise, dass Kokain keineswegs vor dem Virus schützt, sondern eine stark abhängig machende Droge ist, die die Gesundheit erheblich schädigt.

*Datenschutz

Vitamine

Immer wieder taucht die Behauptung auf, Vitamin-D- oder C-Gaben könnten helfen, Coronavirus-Patienten zu heilen. Barbara Schmidt, Professorin am Institut für Mikrobiologie und Hygiene in Regensburg, sagte dazu dem Bayrischen Rundfunk: "Beides ist völlig absurd." Zwar seien viele Menschen in West- und Mitteleuropa nicht ausreichend mit Vitamin D versorgt. Vitamin-C-Mangel sei hingegen selten. Es gebe aber weder wissenschaftliche Belege dafür, dass Mangelzustände eine Coronavirus-Erkrankung beförderten noch dafür, dass Patienten mit dieser Virusinfektion auf Vitamingaben positiv reagierten.

Masken

Die Idee, sich mit einer Gesichtsmaske vor der Ansteckung zu schützen, scheint ebenso naheliegend wie überzeugend. Das Bundesgesundheitsministerium und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) raten Nichterkrankten trotzdem davon ab. Lediglich Masken der Sicherheitsstufen FFP2 und FFP3 (Filtering Face Pieces) schützen wirklich vor einer Ansteckung, weil sie aus festerem Material bestehen und eventuell über ein Atemventil verfügen. Außerdem wiegt man sich in falscher Sicherheit. Das könnte wiederum dazu führen, dass man wirklich nützliche Hygienemaßnahmen wie das Händewaschen vernachlässigt.

Wenn sich eine erkrankte Person in der Öffentlichkeit bewegen muss, kann eine Maske die Ansteckungsgefahr für andere etwas verringern, jedoch auch nicht vollständig verhindern. Weil die Schutzmaske durch die Ausatemluft und eventuelles Niesen oder Husten schnell feucht wird, muss man sie zudem häufig wechseln.

Die WHO hat inzwischen die Mythen, die sich um die Behandlung der Corona-Infektionen ranken, zusammengetragen. Dort lässt sich außerdem nachlesen, dass weder das Gurgeln mit alkoholhaltigem Mundwasser noch das Essen von Knoblauch oder extra scharfen Speisen gegen das Virus wirken. Auch der Einsatz von UV-Lampen ist unsinnig. Weltweit forschen Ärzte und Wissenschaftler an Medikamenten und Impfstoffen, die das Virus bekämpfen oder gar nicht erst zum Zug kommen lassen. Am vielversprechendsten sind bisher die Bemühungen, bereits existierende und zugelassene Wirkstoffe zu kombinieren.

Quelle: ntv.de, sba