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Schutz gegen Corona? Drei Vitamine helfen dem Immunsystem

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Bei einer ausgewogenen Ernährung sind Nahrungsergänzungsmittel meist nicht nötig.

(Foto: imago images/Imaginechina-Tuchong)

Eine gute Vitaminversorgung stärkt das Immunsystem, das ist längst bekannt. Britische Forscher haben sich die Wirkung nun noch einmal gezielt für Atemwegserkrankungen angesehen, um Rückschlüsse für das Coronavirus zu ziehen. Dabei überzeugen drei Kandidaten - und einer fällt durch.

Abstand halten, Hände waschen, Maske tragen - viele Menschen würden gern noch mehr tun, um sich vor einer Corona-Infektion zu schützen oder um im Fall einer Infektion mit einem gestärkten Immunsystem dagegenzuhalten. Besonders geraten dabei Vitamine ins Blickfeld, die bei anderen Infekten als hilfreich gelten.

Ob Vitamine gegen Atemwegsinfektionen und -beschwerden helfen, haben Suzana Almoosawi vom Imperial College London und Luigi Palla vom Global Centre for Nutrition and Health in Cambridge untersucht. Sie konzentrierten sich dabei auf die Vitamine A, C, E und D. Diese gelten als besonders wichtig im Zusammenhang mit einer möglichen Covid-19-Erkrankung. Vitamin A soll die Schleimhäute stärken und damit das Eindringen von Sars-CoV-2 erschweren. Vitamin C gilt als wichtiger Unterstützer der weißen Blutkörperchen und könnte deshalb bei der Infektionsabwehr helfen. Vitamin E soll Radikale neutralisieren und die Produktion von Immunbotenstoffen anregen. Für Vitamin D hatten frühere Studien gezeigt, dass es das Infektionsrisiko bei Erkältungen verringern kann.

Für ihre Studie werteten die britischen Forscher Daten von 6115 Teilnehmern einer großen Ernährungsstudie aus den Jahren 2008 bis 2016 aus. Dabei war alles festgehalten worden, was die beobachteten Personen an Lebensmitteln, Getränken oder Nahrungsergänzungsmitteln zu sich genommen hatten. Außerdem wurde erfasst, ob Studienteilnehmer Infektionen von Hals, Lunge oder Bronchien, Atemnot oder auch Asthma hatten.

Erkältungsvitamin versagt

Dabei wurde festgestellt, dass Teilnehmer, die gut mit den Vitaminen D, E und A versorgt waren, deutlich seltener an Atemwegsbeschwerden litten. Als gut mit Vitaminen versorgt galten diejenigen, die mit der Nahrung oder Ergänzungsmitteln den empfohlenen Tagesbedarf deckten oder übertrafen. "Die Aufnahme dieser Vitamine war mit einer geringeren Häufigkeit von Atemwegsbeschwerden verknüpft", berichten Almoosawi und Palla. 33 Teilnehmer, die solche Erkrankungen entwickelten, nahmen weniger Vitamine mit der Nahrung auf und keine Nahrungsergänzungsmittel.

Das Ergebnis hatte auch Bestand, nachdem andere Faktoren wie Alter, Geschlecht, Body-Mass-Index, Einkommen und Rauchen berücksichtigt wurden. Keinen Zusammenhang konnten die Wissenschaftler zwischen einer Vitamin-C-Einnahme und dem Risiko für Atemwegserkrankungen feststellen. Das bestätigt Ergebnisse früherer Studien, in denen bereits gezeigt wurde, dass das vermeintliche Erkältungsvitamin nicht gegen Atemwegsinfekte wirkt.

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Almoosawi und Palla sehen sich in der Annahme bestätigt, dass eine ausreichende Versorgung mit den Vitaminen A, E, und D für Atemwege und Immunabwehr wichtig sind. "Auch wenn die Mechanismen komplex sind, über die unser Ernährungsstatus das Immunsystem beeinflusst, trägt er zur Aufrechterhaltung der Immunabwehr bei", erklären sie.

So belegten Studien, dass Vitamin E die T-Zell-basierten Immunfunktionen verstärkt. Vitamin D fördert die Aktivität der Fresszellen und dämpft die Ausschüttung entzündungsfördernder Botenstoffe. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts haben jedoch in Deutschland rund 15 Prozent der Erwachsenen einen Vitamin-D-Mangel, 40 Prozent sind leicht unterversorgt. Deshalb empfehlen die Wissenschaftler, auf eine ausgewogene Ernährung und eine gute Vitaminversorgung zu achten. Gleichzeitig raten sie jedoch von einer unkontrollierten Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln ab, da auch Überdosierungen gesundheitsschädliche Nebenwirkungen haben können.

Quelle: ntv.de, sba