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Zahlen aus Israel Drittimpfungen sind gut verträglich und wirksam

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Viele Israelis krempeln schon zum dritten Mal den Ärmel hoch.

(Foto: REUTERS)

Mehr als 500.000 Menschen in Israel sind inzwischen dreimal gegen Corona geimpft. Die Erfahrungen mit den Booster-Impfungen sind ermutigend, wie erste Erhebungen zeigen.

Seit Ende Juli werden in Israel Drittimpfungen verabreicht. Das Land hatte sich dazu entschlossen, Ältere und Vorerkrankte erneut zu impfen, nachdem Studien zu dem Schluss gekommen waren, dass bei dieser Personengruppe der Infektionsschutz nachlässt. Besonders mit Blick auf die Delta-Variante soll die erneute Impfung für einen signifikanten Anstieg der Antikörper und damit für eine Verhinderung der Neuinfektion sorgen.

Inzwischen liegen erste Erfahrungen mit den sogenannten Auffrischungsimpfungen vor, die bisher noch nicht von der US-Arzneimittelbehörde freigegeben sind. Einer Umfrage zufolge berichten die meisten Menschen, die eine dritte Dosis des Impfstoffs von Biontech/Pfizer bekommen haben, von ähnlichen Begleitsymptomen oder weniger Nebenwirkungen als nach der Zweitimpfung.

Für die Erhebung wurden etwa 4500 Personen, die die Auffrischungsimpfung zwischen dem 30. Juli und dem 1. August erhalten haben, befragt. 88 Prozent von ihnen gaben an, dass sie sich in den Tagen nach der dritten Impfung "ähnlich oder besser" fühlten im Vergleich zur zweiten Impfung. 31 Prozent berichteten über Beschwerden nach der Impfung, am häufigsten von Schmerzen an der Injektionsstelle. Etwa 0,4 Prozent gaben an, dass sie unter Atembeschwerden litten. Ein Prozent sagte, dass wegen einer oder mehrerer Nebenwirkungen ein Arztbesuch notwendig war.

Ran Balicer von Israels größtem Gesundheitsdienstleister Clalit erklärte, dass die Ergebnisse zwar "erste und selbstberichtete" Ergebnisse sind, aber einen Vergleich der Nebenwirkungen mit der zweiten Dosis ermöglichen. Es habe sich "gezeigt, dass sie in den meisten Fällen bei der Auffrischungsimpfung ähnlich oder geringer sind". "Obwohl wir noch keine Langzeitstudien über die Wirksamkeit und Sicherheit der dritten Auffrischungsdosis haben, weisen diese Ergebnisse für das persönliche Risikomanagement von Personen über 60 Jahren weiterhin auf den Nutzen einer Impfung zum jetzigen Zeitpunkt hin, zusammen mit einem vorsichtigen Verhalten unter Erwachsenen und der Vermeidung von Zusammenkünften in geschlossenen Räumen", so Balicer.

Mehr Antikörper bei Transplantierten

Auch zur Wirksamkeit gibt es bereits erste Zahlen. Laut einer Erhebung am Beilinson Medical Center in Petah Tikva verdoppelte sich nach der Drittimpfung unter Herz-, Lungen- oder Nierentransplantierten die Zahl der Menschen, die Antikörper entwickelten. Die Studie, für die bisher 40 immungeschwächte Patienten untersucht wurden, wurde am Dienstag vom Krankenhaus veröffentlicht und wird derzeit zur Veröffentlichung in einer medizinischen Fachzeitschrift von Experten begutachtet. Abschließend sollen 300 Patienten erfasst sein.

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Demnach hatten 73 Prozent derjenigen, die zuvor eine Nierentransplantation erhalten hatten, Antikörper und eine Immunreaktion auf die dritte Impfdosis entwickelt. Nach der Zweitimpfung waren es nur 35 Prozent. Unter den Lungentransplantierten entwickelten 33 Prozent nach einer Auffrischimpfung Antikörper gegenüber 18 Prozent nach der Zweitimpfung. Unter denjenigen, die eine Herztransplantation hatten, zeigten 58 Prozent eine Immunreaktion, verglichen mit 31 Prozent nach den ersten beiden Dosen. Auch hier traten abgesehen von Schmerzen an der Injektionsstelle keine größeren Nebenwirkungen auf. "Wir empfehlen allen, die eine Organtransplantation erhalten haben, zu kommen und sich mit der dritten Impfung impfen zu lassen, weil das Leben rettet", sagte Dr. Tuvia Ben Gal, Direktorin der Herzinsuffizienzabteilung von Beilinson, in einer Erklärung zu den Ergebnissen.

Inzwischen haben bis zu 600.000 Menschen in Israel eine dritte Dosis des Impfstoffs von Biontech/Pfizer erhalten. Bisher wird sie für über 60-Jährige empfohlen. Demnächst soll sie aber auch über 50-Jährigen angeboten werden. Premierminister Naftali Bennett zufolge treten 90 Prozent der Neuinfektionen bei Menschen ab 50 Jahren auf.

Quelle: ntv.de, sba

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