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Wirkung bei Varianten untersucht Ist eine zweite mRNA-Dosis für Genesene nötig?

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Wie viele Dosen sind nötig, um auch gegen die Mutationen von Sars-CoV-2 geschützt zu sein?

(Foto: imago images/ZUMA Wire)

Bisher wurde empfohlen, Covid-19-Genesene einmal mit einem mRNA-Vakzin zu immunisieren. Ob das auch für die Varianten von Sars-CoV-2 ausreicht, ist unklar. Forscher aus England untersuchen das deshalb an den Varianten Beta und Gamma.

Forscher haben die Schutzwirkung einer zweiten mRNA-Impfdosis bei Genesenen auf die Sars-CoV-2-Varianten Beta und Gamma untersucht und eine Boosterwirkung festgestellt. Das Team mit Forschern der Universität Nottingham sah sich die Daten der Teilnehmer der PANTHER-Studie an, zu denen 45 Angestellte im Gesundheitswesen gehören, die in zwei Kliniken in Birmingham arbeiten. Die Mitarbeiter wurden wegen der erhöhten Ansteckungsgefahr bereits im Dezember 2020 mit BNT162b2, dem mRNA-Impfstoff von Biontech/Pfizer geimpft.

20 Mitarbeiter waren bereits vor der Impfung an Covid-19 erkrankt, die anderen 25 hingegen nicht. Alle Mitarbeiter bekamen beide Dosen des mRNA-Impfstoffes. Die Forscher sahen, dass bereits die erste Dosis bei den Genesenen zu einer guten Antikörper-Reaktion gegenüber der ursprünglichen Variante, dem sogenannten Wildtyp, von Sars-CoV-2 geführt hatte. Durch die zweite Dosis konnte die Immunantwort nicht wesentlich verstärkt werden.

Infektion ist wie eine Impfstoffdosis

Anders sah es bei der Gruppe aus, die vorher nicht an Covid-19 erkrankt war. Bei ihnen waren beide Impfdosen nötig, damit ein ausreichender Schutz durch Antikörper aufgebaut werden konnte. "Im Wesentlichen hat eine natürliche Infektion die Auswirkungen einer zusätzlichen Impfstoffdosis", sagt Professor Jonathan Ball, der an der Studie beteiligt war, laut Mitteilung der Universität. Die Ergebnisse, die im Fachjournal "Science Translational Medicine" veröffentlicht wurden, stimmten also weitgehend mit denen früherer Untersuchungen überein. Doch dabei ging es immer um den Wildtyp von Sars-CoV-2. Die Forscher wollten deshalb wissen, wie es sich bei den Varianten Beta und Gamma verhält.

Die Forscher sahen, dass es bei diesen Varianten nach einer ersten Impfdosis sowohl bei den vorher Erkrankten als auch den vorher Gesunden nur eine schwache Immunantwort gab. Denkbar ist, dass das Immunsystem derer, die sich vorher mit dem Wildtyp von Sars-CoV-2 infiziert hatten, die Varianten Beta und Gamma nicht vom Immunsystem erkannt wurden. Dementsprechend wurden auch keine oder nur eine unzureichende Menge an wirksamen Antikörpern gebildet.

Zweitimpfung bringt mehr

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Die Forscher sahen aber auch, dass die zweite Impfdosis bei allen Probanden die Bildung von Antikörpern deutlich ankurbelte. Sie gehen deshalb davon aus, dass diese Antikörper auch gegen die Varianten wirksam sind, auch wenn diese nicht gegen die Rezeptoren an den Bindungsstellen vorgehen, denn diese sind bei den Varianten verändert. Es scheint vielmehr so zu sein, dass die zweite Dosis des Impfstoffes das Spektrum der Antikörperbildung erweitert.

"Unsere Daten zeigen eindeutig, dass diese zusätzliche Antigenexposition die gesamte virustötende Antikörperreaktion zusätzlich verstärkt und damit auch gegen besorgniserregende Varianten wirksamer ist. Unsere Ergebnisse unterstützen den Plan der britischen Regierung, ab Herbst eine Auffrischungsimpfung als wirksame Strategie zum Schutz der Menschen vor diesen Varianten bereitzustellen", erklärt Ball abschließend. Die Ergebnisse der Forscher, die auf der Grundlage einer kleinen Probandengruppe gewonnen wurden, müssen jedoch noch durch weitere Untersuchungen bestätigt werden. Über die Wirkung einer zweiten Dosis bei der derzeit dominierenden Delta-Variante konnte mit dieser Untersuchung jedoch keine konkrete Aussage gemacht werden.

Quelle: ntv.de, jaz

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