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Bei schweren Verläufen EMA lässt Arthritis-Medikament für Covid-19 zu

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Einer Studie zufolge reduziert Tocilizumab das Sterberisiko bei schwer erkrankten Corona-Patienten.

(Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild)

Die WHO und die USA empfehlen schon länger die Anwendung von Tocilizumab bei besonders schweren Corona-Fällen. Nun gibt auch die EU-Arzneimittelbehörde grünes Licht für das Medikament, das bislang bei Arthritis-Patienten zum Einsatz kommt.

Die EU-Arzneimittelbehörde EMA hat grünes Licht für die Behandlung schwerer Covid-19-Fälle mit dem Arthritis-Medikament Tocilizumab gegeben. Die in Amsterdam ansässige Behörde empfiehlt die Anwendung des Mittels aus der Gruppe der monoklonalen Antikörper bei Covid-19-Patienten, die zusätzlich mit Sauerstoff versorgt werden und sogenannte systemische Steroidtherapien erhalten. Die EU-Kommission muss die Empfehlung der EMA nun noch formal billigen.

Eine Studie mit mehr als 4000 Teilnehmern habe gezeigt, dass Tocilizumab das Sterberisiko bei schwer erkrankten Corona-Patienten reduziere, erklärte die EMA. Demnach mussten mit dem Mittel behandelte Patienten auch weniger lange im Krankenhaus bleiben. Wichtig sei aber, dass das immunsystemunterdrückende Mittel in Kombination mit Corticosteroiden verabreicht werde.

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Corticosteroide waren die ersten Wirkstoffe, die von der WHO als Corona-Therapie anerkannt wurden, und zwar im September 2020. Laut WHO ist die systematische Gabe von Corticosteroiden nach bisheriger Datenlage nur bei Patienten angebracht, die unter einer "schweren oder lebensbedrohlichen Form" von Covid-19 leiden. Die Mittel wirken gegen die bei schweren Covid-Fällen typischen Entzündungsprozesse. Laut WHO verringern sie das Sterberisiko sowie das Risiko, künstlich beatmet werden zu müssen.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die USA empfehlen die Anwendung von Tocilizumab bei besonders schwer erkrankten Corona-Patienten schon länger. Tocilizumab wird in Europa von Roche unter dem Namen Roactemra vertrieben. Das zur Behandlung erwachsener und minderjähriger Arthritis-Patienten zugelassene Mittel wird intravenös oder per Spritze verabreicht.

Quelle: ntv.de, chf/AFP

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