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Impulskontrolle für Obst in BoxElefanten können überraschend rational handeln

09.09.2026, 20:12 Uhr
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Elefanten
Können Tiere spontanen Impulsen widerstehen? Bei Elefanten scheint das so zu sein: Ein Asiatischer Elefant streckt während einer Studie zur Impulskontrolle den Rüssel nach einer Belohnung aus. (Foto: Sydney Hope/dpa)

Greifen Elefanten stur nach sichtbarem Futter oder wählen sie den klügeren Umweg? Forscher weisen nach, dass die Tiere auch Impulse unterdrücken und flexibel umdenken. Für das Zusammenleben mit Menschen könnte die Erkenntnis wichtig werden.

Elefanten haben ganz erstaunliche Fähigkeiten. Forscher haben nun nach eigenen Angaben erstmals belegt, dass die Dickhäuter auch Impulse unterdrücken und rational handeln können. Das schreibt das Team um Joshua Plotnik und Sydney Hope von der Forschungsorganisation CUNY Graduate Center in New York im Fachjournal "Plos One".

Versuche mit Asiatischen Elefanten (Elephas maximus) hätten gezeigt, dass die Tiere ihren Impulsen widerstehen können, wenn diese eigentlich zu ineffektiven Handlungen führen - und sich stattdessen für eine effektivere Handlung entscheiden.

Eine Box mit Früchten - aber wie kommt man ans Futter?

Die Forscher führten in Thailand im National Elephant Institute mit 16 Elefanten ein Experiment durch, bei dem Früchte in einer transparenten Box mit kleinen Löchern präsentiert wurden. Die Tiere konnten das Obst also sehen und riechen. Der Impuls, auf direktem Wege mit dem Rüssel nach der Nahrung zu greifen, führte wegen der transparenten Barriere nicht zum Ziel. Stattdessen konnten die Elefanten die Früchte über eine offene Seite der Box erreichen - und lernten dies auch.

Selbst als die Box gedreht wurde, sich also der Ort der Öffnung änderte, lernten die Elefanten, damit umzugehen. Zunächst orientierten sie sich zu der Stelle, wo die Öffnung vorher gewesen war, lernten dann aber, diesen Impuls zu unterdrücken und ihr Verhalten anzupassen.

"Wir haben festgestellt, dass Elefanten, wenn sie mit einer Situation konfrontiert wurden, in der sie ein impulsives Verhalten unterdrücken müssen - sei es den Impuls, auf direktem Wege nach Futter zu greifen, oder den Impuls, eine zuvor erfolgreiche Technik weiter anzuwenden, im Allgemeinen in der Lage waren, diesen Impuls zu unterdrücken", sagte Co-Autorin Hope. "Diese Fähigkeit könnte für die sozialen Interaktionen der Elefanten oder für andere Aspekte der Kognition, wie beispielsweise das Lösen von Problemen, von Bedeutung sein."

Jüngere passen sich schneller an

Ältere Elefanten brauchten für die Anpassung etwas länger als jüngere, wie die Forscher bemerkten. Dies könne mit geistiger Alterung und damit geringerer Flexibilität zusammenhängen, mutmaßt das Team - es sei jedoch weitere Forschung notwendig, um dies nachzuweisen. Die Elefanten in den Versuchen waren zur Hälfte männlich, zur Hälfte weiblich und zwischen 4 und 60 Jahren alt. Die Fähigkeit zur Impulskontrolle wurde zuvor bereits auch bei einigen Vögeln sowie anderen Säugetieren nachgewiesen.

Forscher Plotnik beschäftigt sich schon seit Langem mit dem Verhalten und der Intelligenz von Elefanten - und fand unter anderem heraus, dass sie sich im Spiegel erkennen, ihre Aktionen koordinieren können und in der Nähe von Menschen risikofreudiger sind.

"Je besser wir verstehen, wie Elefanten denken, Entscheidungen in Bezug auf Risiken treffen und sich an vom Menschen verursachte Umweltveränderungen anpassen, desto besser können wir vorhersagen, was sie als Nächstes tun werden", so Plotnik. Dies könne helfen, Strategien für die Co-Existenz von Menschen und Elefanten zu gestalten, deren Lebensräume mittlerweile oft zusammenrückten.

Quelle: ntv.de, Larissa Schwedes, dpa

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