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Studie in britischen Haushalten Erstgeimpfte infizieren Mitbewohner seltener

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Der Studie zufolge reicht schon der erste Piks, um Infektionsketten zu unterbrechen.

(Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild)

Ob es Lockerungen für Geimpfte gibt, soll bis zum 28. Mai klar sein. Eine Studie aus Großbritannien könnte als Entscheidungshilfe dienen: Forscher stellen fest, dass bereits Erstgeimpfte das Virus seltener in ihrem Haushalt weitertragen. Zumindest für zwei Vakzine gilt das.

Schon eine erste Dosis der Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Astrazeneca kann einer Studie zufolge das Risiko deutlich reduzieren, das Coronavirus im eigenen Haushalt weiterzutragen. Die Effekte der ersten Impfung verringern das Risiko einer Ansteckung innerhalb von Haushalten um 38 bis 49 Prozent, wie die Gesundheitsbehörde Public Health England mitteilte. Sie hatte für ihre Auswertung Infektionsketten in englischen Haushalten analysiert und auf dieser Basis die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung berechnet.

Die Experten verglichen positiv auf das Coronavirus Getestete, die mindestens drei Wochen zuvor eine Impfung erhalten hatten, mit ungeimpften Corona-Infizierten. Die bereits Geimpften steckten der Auswertung zufolge deutlich seltener Angehörige ihres eigenen Haushalts an: Bei Biontech lag die Wahrscheinlichkeit der Übertragung nach einer Impfung noch etwas niedriger als bei Astrazeneca.

"Das sind großartige Neuigkeiten", erklärte der britische Gesundheitsminister Matt Hancock. "Wir wissen bereits, dass Impfungen Leben retten, und diese umfassende Studie auf Grundlage realer Daten zeigt, dass Impfungen auch die Übertragung des tödlichen Virus verringern können." Impfungen seien der beste Weg, aus der Pandemie herauszukommen. "Sie schützen und sie können helfen zu verhindern, dass man unwissentlich andere Haushaltsmitglieder ansteckt."

Die Auswertung von Public Health England liefert weitere Hinweise darauf, dass die eingesetzten Impfstoffe wohl nicht nur vor schweren Covid-19-Erkrankungen schützen, sondern auch das Risiko einer Übertragung des Virus auf andere reduzieren. Frühere Studien gaben bereits ebenfalls Anlass zu dieser Hoffnung. Public Health England hat für die Auswertung 57.000 Kontakte aus 24.000 Haushalten in England einbezogen, in denen eine zuvor geimpfte Person positiv auf das Coronavirus getestet wurde, sowie eine Million Kontakte von ungeimpften Infizierten. Die Studie wurde nicht in einem Fachjournal veröffentlicht.

Quelle: ntv.de, ses/dpa/AFP

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