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Die Zahl der wild lebenden Tiger geht wieder nach oben und steuert auf die 4000 zu.
Die Zahl der wild lebenden Tiger geht wieder nach oben und steuert auf die 4000 zu.(Foto: dpa)
Montag, 11. April 2016

Erster Anstieg seit 100 Jahren: Es gibt wieder mehr wild lebende Tiger

Die Zahl der in der Wildnis lebenden Tiger steigt erstmals seit 100 Jahren wieder. Im Jahr 2010 war das Rekordtief mit weltweit etwa 3200 erreicht, heute sind wieder es etwa 3890 Tiger. Was hat für den Anstieg gesorgt?

Eine gute Nachricht nach einer langen Zeit der schlechten: Die Zahl der wild lebenden Tiger ist erstmals seit 100 Jahren wieder gestiegen. Während die Zahl der Tiere 2010 mit weltweit etwa 3200 auf einem Rekordtief lag, leben heute etwa 3890 Tiger in der Wildnis, wie die Organisation WWF sowie das Global Tiger Forum mitteilten. Grund dafür sei eine gute Zusammenarbeit zwischen Regierungen, Bevölkerung und Umweltschützern beim Schutz der Populationen in den betroffenen Ländern.

"Wer Tiger schützen will, braucht Ausdauer", sagte Eberhard Brandes vom WWF Deutschland. Das Engagement habe sich aber ausgezahlt. "Zum ersten Mal seit Jahrzehnten steigt die Zahl der wild lebenden Tiger zumindest in einigen Ländern wieder an." Demnach liegt Indien mit einer Steigerung von mehr als 500 Tieren vorn. Mit einer Population von 2226 Tieren lebt in Indien mehr als die Hälfte der weltweit vorkommenden wilden Tiger. Auch Russland, Bhutan und Nepal verzeichneten Zuwächse.

Wildlebend in 13 asiatischen Staaten

In der Wildnis leben Tiger in 13 asiatischen Staaten: Bangladesch, Bhutan, China, Indien, Indonesien, Kambodscha, Laos, Malaysia, Myanmar, Nepal, Russland, Thailand und Vietnam. Der WWF und das Global Tiger Forum veröffentlichten ihre Zahlen einen Tag vor dem Beginn eines Treffens dieser Länder, das am Dienstag in Indiens Hauptstadt Neu-Delhi startet. Bei einem ähnlichen Treffen 2010 hatten die Teilnehmer das Ziel formuliert, die Zahl der wild lebenden Tiger bis 2022 von 3200 auf 6400 zu verdoppeln.

WWF-Vertreter Brandes forderte nun einen noch energischeren Kampf gegen Wilderei sowie Maßnahmen zum Erhalt des Lebensraums der Tiger. Alle betroffenen Staaten müssten "ihre Verantwortung" wahrnehmen und Aktionspläne für die kommenden sechs Jahre entwickeln, "um das Ziel der Verdoppelung" zu erreichen, forderte der WWF.

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Quelle: n-tv.de