Die Winterzeit beginntEs wird wieder an der Uhr gedreht

Wie bloß kann man sich merken, ob die Zeit im Herbst vor- oder zurückgestellt wird? Sollten wir dieses Prozedere nicht besser abschaffen, oder hat es tatsächlich auch Vorteile? Wer hat überhaupt festgelegt, was Normalzeit ist? Alles rund um die Zeitumstellung.
Seit nunmehr 37 Jahren praktiziert Deutschland die Zeitumstellung – stets einmal im Frühling und einmal im Herbst. Und trotzdem ist es jedes Mal aufs Neue eine verwirrende Angelegenheit, wenn an der Uhr gedreht wird. Damit klar ist, in welche Richtung es diesmal geht, hier die besten Eselsbrücken:
Im Sommer stellt man die Gartenmöbel vor die Tür, im Winter zurück in den Schuppen.
Die Zeitumstellung funktioniert wie ein Thermometer: Im Sommer sind die Temperaturen im Plus, im Winter im Minus.
Man stellt die Uhr immer Richtung Sommer: im Frühjahr also nach vorn, im Herbst zurück.
Im Englischen lautet die Regel: "spring forward, fall back". Das heißt sowohl "Frühling vorwärts, Herbst zurück" als auch "spring nach vorn, falle zurück".
Zahlenfreaks merken sich 2-3-2. Im Frühjahr wird die Zeit von 2 auf 3 Uhr gestellt, im Herbst von 3 auf 2 Uhr.
Vom heutigen Samstag auf den morgigen Sonntag werden die Uhren also zurückgestellt und die Nacht ist eine Stunde länger. Damit kommt der menschliche Organismus recht gut zurecht. Grundsätzlich aber birgt die Zeitumstellung Risiken für die Gesundheit. Schlafforscher Hans-Günter Weeß erklärt, warum man die Zeitumstellung besser abschaffen sollte. Seinen Gastbeitrag finden Sie hier.
Aber nicht alle Menschen sind gegen die Zeitumstellung. Einige können vor allem der Sommerzeit etwas abgewinnen. Welche Vorteile sie aus Sicht einer Frühaufsteherin haben kann, beschreibt hier Kollegin Jana Zeh.
Warum gibt es die Sommerzeit überhaupt? 1980 waren die Gründe für ihre Einführung andere als 1947 oder 1916. Denn es gab die Sommerzeit schon damals. Hier erfahren Sie, was dahinter steckte.
Nach sieben Monaten Sommerzeit kehren wir im Herbst stets zur Normalzeit zurück. Doch so "normal" ist auch die nicht. Sie kam erst auf, als Menschen begannen, mit der Bahn zu reisen. Hier lesen Sie, wie Züge die Zeitzonen schufen.
"Es gibt gar keine Zeitumstellung", meint der Zeitforscher Karlheinz Geißler. Im Gespräch mit n-tv.de erklärt er, zu welchen Schwierigkeiten die Verwechslung von Zeit und Uhr führt und inwiefern Zeit ein politisches Machtinstrument ist. Das Interview finden Sie hier.
Politik und Geschichte nehmen auch Einfluss auf die Zeitzonen. Denn die richten sich selten exakt und idealtypisch nach den Längengraden. Spanien tickt falsch, China zu einheitlich – um nur zwei Beispiele zu nennen. Wo und warum Zeitzonen Haken schlagen, erfahren Sie hier.
Wie wird Zeit eigentlich gemessen? Wer legt fest, wie lang eine Sekunde ist? Da gibt es drei nebeneinander existierende Zeitsysteme. Und es zeigt sich: Sekunde ist nicht gleich Sekunde. Manchmal muss die Zeit daher mal eben angehalten werden. Warum? Das steht hier.
Zeit lässt sich auch in größeren Dimensionen denken: Vor etwas mehr als 100 Jahren stellte Albert Einstein die allgemeine Relativitätstheorie vor und brachte damit die Raumzeit ins Spiel. Wie das war, als Einstein die Formel fürs Universum fand und wie man sich die Verkrümmung von Raum und Zeit vorzustellen hat, lesen Sie hier.