Fw 190 fliegt in der TürkeiDeutsches Weltkriegsflugzeug hebt nach Restauration wieder ab

Die Focke-Wulf Fw 190 ist das zweitmeistgebaute deutsche Flugzeug des Zweiten Weltkriegs. Weltweit gibt es nur noch acht Exemplare. In monatelanger Arbeit machen Experten eine 1944 abgestürzte Maschine wieder flugtauglich. Der erste Probeflug in der Türkei gelingt.
Ein deutsches Kampfflugzeug vom Typ Focke-Wulf Fw 190 aus dem Zweiten Weltkrieg hat nach seiner aufwendigen Restaurierung mehr als 80 Jahre nach seiner Produktion den ersten Probeflug erfolgreich absolviert. Der deutsche Pilot Klaus Plasa führte den ersten Flug nach der Restaurierung in der Türkei durch.
Im Jahr 2023 wurde das Flugzeug nach Bemühungen der türkischen Sivrihisar Aviation Club Association in die Provinz Eskisehir gebracht, wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu am Samstag berichtete. Ein elfköpfiges Team unter der Leitung des türkischen Kunstflugpiloten Ali Ismet Öztürk zerlegte das Flugzeug und baute es über einen Zeitraum von 14 Monaten wieder zusammen. Weltweit gibt es nur noch acht Fw 190, von denen etwa die Hälfte flugtauglich ist, erklärte Öztürk laut Anadolu. Der Sivrihisar Aviation Club plant, das Flugzeug im September auf einer Flugschau in Eskisehir auszustellen.
Mit rund 20.000 Exemplaren war die Fw 190 das zweitmeistgebaute deutsche Flugzeug des Zweiten Weltkriegs und bildete mit der Messerschmitt Bf 109 das Rückgrat der deutschen Jagdwaffe. Wie der Historiker Jens Wehner im Juni gegenüber ntv.de sagte, bewährte sich die Focke-Wulf besonders an der Ostfront als Jagdbomber und Schlachtflugzeug. Das nun restaurierte Flugzeug wurde 1943 in Bremen hergestellt und stürzte 1944 in Frankreich ab. Das Wrack wurde dann 2000 in die USA gebracht, wo mit der Restaurierung begonnen wurde. Dort blieb das Flugzeug zunächst am Boden.
Das Projekt ziele darauf ab, das gemeinsame Luftfahrterbe der Türkei und Deutschlands zu bewahren, so Anadolu. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts unterstützte Deutschland das Osmanische Reich bei der Modernisierung seiner Armee. Der deutsche Hauptmann Erich Serno gilt laut dem Historiker Dr. Oliver Stein als Begründer einer neuen türkischen Luftwaffe, die nach deutschem Vorbild aufgebaut wurde.
Nach dem Ende des Osmanischen Reiches und der Gründung der Republik Türkei baute das deutsche Unternehmen Junkers in Kooperation mit der Türkei ab 1925 eine Flugzeugfabrik in der zentralanatolischen Stadt Kayseri, in die deutsches technisches Know-how, Ausrüstung und Personal flossen. Während des Zweiten Weltkriegs lieferte Hitler-Deutschland insgesamt 72 Fw 190 an die Türkei. Dort blieben die Maschinen bis Ende der 1940er Jahre im Dienst.