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Ohne Gefährdung von Menschen? Spezielle UV-Strahlung tötet Krankheitserreger in Räumen

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Mittels UV-C-Strahlung desinfizierte Rolltreppe in einem kanadischen Flughafen.

(Foto: picture alliance / Xinhua News Agency)

UV-C-Licht wird seit Längerem zur Desinfektion eingesetzt, denn es wirkt keimtötend. Könnte diese Strahlung auch Innenräume keimfrei machen, ohne Menschen darin zu gefährden? US- und britische Forscher sehen in der Methode großes Potenzial für die Pandemie-Bekämpfung - das Bundesamt für Strahlenschutz ist kritisch.

Mit einer besonderen ultravioletten Strahlung lassen sich Krankheitserreger in Innenräumen unschädlich machen - womöglich ohne Anwesende zu gefährden. Einer Studie zufolge tötet sogenanntes Far-UV-C innerhalb weniger Minuten bis zu 98,4 Prozent der Krankheitserreger in einem Raum ab - auch Corona- und andere Viren. Die Studie der britischen und US-amerikanischen Wissenschaftler ist in der Fachzeitschrift "Scientific Reports" veröffentlicht. Dass UV-C-Strahlung in der eingesetzten Intensität tatsächlich nicht gefährlich für den Menschen ist, sehen Experten des Bundesamtes für Strahlenschutz allerdings als bisher nicht erwiesen an.

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Roboter helfen bereits bei der Bekämpfung des Coronavirus, indem sie Krankenhauszimmer mit einem starken konzentrierten UV-Licht desinfizieren.

(Foto: imago images/ZUMA Wire)

Seit rund 80 Jahren ist bekannt, dass ultraviolette Strahlung viele Krankheitserreger abtötet. UV-C-Strahlung mit einer Wellenlänge von 254 Nanometern (Millionstel Millimeter) wird seit Längerem deshalb auch zur Desinfektion eingesetzt. Allerdings kann die Strahlung beim Menschen Schädigungen an Haut und Augen hervorrufen. Aus diesem Grund wird UV-Strahlung nur in Bereichen oder Räumen verwendet, in denen sich zum Zeitpunkt der Bestrahlung keine Menschen aufhalten.

Einsatz von UV-Strahlung auch in belebten Räumen?

Far-UV-C-Strahlung mit einer üblichen Wellenlänge von 222 Nanometern könnte hingegen auch in belebten Räumen eingesetzt werden, schreiben die Forscher um David Brenner vom Columbia University Medical Center in New York (USA): "Bisherige Studien in Tier- und Menschenmodellen haben keine langfristigen gesundheitsschädlichen Auswirkungen gezeigt."

Dies sieht Monika Asmuß vom Bundesamt für Strahlenschutz anders: "Eine wirkliche Langzeitstudie, die die Folgen einer Far-UV-C-Bestrahlung über den Zeitraum von einem Jahr oder mehr untersucht, gibt es noch nicht." Es sei zwar richtig, dass UV-Strahlung mit 222 Nanometer Wellenlänge nicht so tief in die Epidermis der Haut eindringe wie Strahlung mit 254 Nanometer. Es müssten jedoch auch Kinder und Menschen mit Hauterkrankungen bei der Beurteilung der Gefährlichkeit dieser Desinfektionsmethode berücksichtigt werden. Denn wenn die Far-UV-C-Strahlung in der Basalmembran der Haut Mutationen in Stammzellen auslösen könnte, bestehe die Gefahr von Hautkrebs, sagt Asmuß.

Keimtötende Wirkung von Far-UV-C-Strahlung im Test

Die Forscher um Brenner wollten mit ihrer Studie vorrangig herausfinden, ob die vor allem aus Laborstudien bekannte keimtötende Wirkung von Far-UV-C-Strahlung auch in einer realitätsnahen Umgebung erhalten bleibt. Sie führten ihre Untersuchungen deshalb in einem 32 Quadratmeter großen Raum durch, ohne Menschen darin. Der Raum hatte ein Belüftungssystem, das für einen dreifachen Luftaustausch in einer Stunde sorgte. Regelmäßig wurden Bakterien der Art Staphylococcus aureus in den Raum gesprüht. Da dieses Bakterium weniger empfindlich auf UV-Strahlung reagiere als Coronaviren, sei es ein zurückhaltendes Modell für den Erreger von Covid-19, schreiben die Forscher.

Die Forscher machten Untersuchungen mit verschiedenen Bestrahlungsintensitäten. Die "hohe Intensität" richtete sich nach Grenzwerten eines Verbandes amerikanischer Industriehygieniker (ACGIH), die "mittlere Intensität" nach Grenzwertempfehlungen der Internationalen Kommission für den Schutz vor nichtionisierender Strahlung (ICNIRP). Hinzu kam eine Abstufung der eingesetzten Krypton-Chlorid-Deckenlampen: eingeschaltet waren entweder alle fünf installierten Lampen oder nur die mittlere Lampe. Bei hoher Bestrahlungsintensität führte der Einsatz von fünf Lampen zu einer dauerhaften Reduzierung der aktiven S.-aureus-Bakterien um 98,4 Prozent.

"Einfach zu installieren und kostengünstig"

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Interessanter könnte aber ein anderes Ergebnis sein: Selbst bei einer Bestrahlung mit mittlerer Intensität und fünf Lampen konnten die aktiven Bakterien um 92 Prozent verringert werden. Die Methode könne also eine Reduzierung von Krankheitserregern in Innenräumen herbeiführen, wie sie selbst mit Luftfilteranlagen nicht erreicht werden können, schreiben die Studienautoren.

"Far-UV-C-Beleuchtung ist einfach zu installieren, sie ist kostengünstig und erfordert keine Verhaltensänderungen der Menschen", wird Brenner in einer Mitteilung seiner Universität zitiert. "Der Einsatz dieser Technologie an Orten, an denen Menschen in geschlossenen Räumen zusammenkommen, könnte die nächste mögliche Pandemie verhindern."

(Dieser Artikel wurde am Montag, 28. März 2022 erstmals veröffentlicht.)

Quelle: ntv.de, Stefan Parsch, dpa

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