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Klare Vorgaben für Politik Forscher stellen Corona-Strategie vor

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Kontaktbeschränkungen und Masken sind in der ersten Phase noch unverzichtbar.

(Foto: REUTERS)

Wichtige deutsche Forschungsorganisationen veröffentlichen eine gemeinsame Strategie zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Sie sieht zwei Phasen vor: Infektionen weiter durch Kontaktbeschränkungen reduzieren, dann die Einschränkungen durch andere Maßnahmen ersetzen.

Fraunhofer-Gesellschaft, Helmholtz-Gemeinschaft, Leibniz-Gemeinschaft und Max-Planck-Gesellschaft haben sich zusammengeschlossen, um aufgrund der vorhandenen Datenlage gemeinsam eine Strategie zu erarbeiten, mit der die Covid-19-Pandemie effektiv eingedämmt werden kann.

Die Wissenschaftler sind sich einig, dass der Rückgang der Neuinfektionen zwar ein Erfolg, aber noch nicht ausreichend ist. Die Situation sei nicht stabil, selbst eine nur kleine Erhöhung der Reproduktionszahl würde zurück in eine Phase des exponentiellen Wachstums führen. Daher müsse die Reproduktionszahl bis zur Verfügbarkeit eines Impfstoffs unter 1 gehalten werden, schreiben die Forscher.

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Eine mögliche "Herdenimmunität" würde nach den bisher vorliegenden Daten einen Zeitraum von einigen Jahren erfordern, wenn das Gesundheitssystem nicht überlastet werden soll, heißt es in der Pressemitteilung der Max-Planck-Gesellschaft. Einschränkende Maßnahmen müssten bei einer solchen Strategie über den gesamten Zeitraum aufrechterhalten werden.

In zwei Phasen zur neuen Normalität

Aufgrund dieser Vorgabe erscheint den Wissenschaftlern eine zweiphasige Strategie sinnvoll zu sein: In der ersten Phase werden die Neuinfektionen weiter reduziert, bis eine effektive Kontaktverfolgung möglich ist. In der zweiten Phase schließt sich eine adaptive Strategie auf der Basis niedriger Zahlen von Neuinfektionen an.

Das bedeutet, dass die derzeitigen Kontaktbeschränkungen "soweit tragbar" - erst mal weitergeführt werden sollen. Dazu sieht die Strategie der Forschungsorganisationen hygienische Maßnahmen wie eine Mundschutz-Pflicht in Geschäften und auf offenen Plätzen oder Desinfektionsstationen vor. Gleichzeitig sollen immer mehr Tests durchgeführt und nach Wegen gesucht werden, Infektionsketten zurückzuverfolgen. Dazu wäre beispielsweise die vom Robert-Koch-Institut in Auftrag gegebene Tracing-App geeignet.

Die zweite Phase soll beginnen, wenn eine effektive Kontaktnachverfolgung möglich ist. Indem die Infektionsketten unterbrochen würden, könnte das Tracing die Kontakteinschränkungen nach und nach ersetzen und durch diese nur noch adaptiv flankiert werden, erklären die Forscher.

Quelle: ntv.de, kwe