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Himmelsschauspiele im Dezember Geminiden, Ursiden und eine Sonnenfinsternis

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Eine Sternschnuppe der Geminiden über den Bergen der Oberstdorfer Alpen (Bild vom 13. Dezember 2018).

(Foto: imago/Jan Eifert)

In den langen Dezembernächten bietet der Himmel wieder Sternschnuppen. Aber der astronomische Winter beginnt, danach werden die Tage wieder länger. Am Morgen kann man unterdessen den Mars sehen - rötlich-gelb erscheint er am Osthimmel. Und in manchen Teilen der Welt kann man eine Sonnenfinsternis beobachten.

Anfang Dezember kann in der Abenddämmerung Saturn tief im Südwesten erspäht werden. Nach der Monatsmitte zieht sich der Ringplanet immer weiter vom Abendhimmel zurück. Am 1. geht Saturn gegen 19 Uhr unter, am 20. bereits eine Stunde früher. Venus ist leuchtender Abendstern, allerdings nie sehr lange zu sehen. Am 11. zieht Venus drei Vollmonddurchmesser südlich an Saturn vorbei, was man gut mit einem Fernglas beobachten kann. Geht Venus Anfang Dezember bereits um 18 Uhr unter, so sinkt sie zu Silvester erst 20 Minuten nach 19 Uhr unter den Südwesthorizont.

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Der Planet Mars in einer Aufnahme der Europäischen Weltraumagentur ESA/ESOC von Februar 2007.

(Foto: picture alliance/dpa)

Mars kann am Morgenhimmel aufgefunden werden. Gegen 5.15 Uhr morgens erscheint der rötlich-gelbe Planet tief am Osthimmel. Die dichten Luftschichten in Horizontnähe verfärben ihn ähnlich wie die Sonne bei Auf- und Untergang. Deshalb leuchtet Mars nach seinem Aufgang tiefrot.

Merkur zeigt sich in der ersten Monatshälfte am Morgenhimmel. Für etwa eine halbe Stunde kann man den flinken Planeten in der Morgendämmerung knapp über dem Südosthorizont erkennen.

Sternschnuppen und Wintersternbilder

Von 6. bis 16. Dezember macht sich der Sternschnuppenstrom der Geminiden bemerkbar. Ihr Ausstrahlungspunkt liegt in den Zwillingen. Die meisten Geminidenmeteore sind in den Morgenstunden des 13. Dezember zu erwarten.

Zur Weihnachtszeit erscheinen die Ursiden. Sie scheinen dem Sternbild Kleiner Bär zu entströmen. Die Ursiden-Meteore können die gesamte Nacht hindurch beobachtet werden. Um den 22. erreicht die Ursiden-Aktivität ihren Höhepunkt.

Die östliche Himmelshälfte wird gegen 22 Uhr abends von den Wintersternbildern eingenommen, die etliche auffällig helle Sterne besitzen. Im Südosten steht der Himmelsjäger Orion mit seinen beiden Hauptsternen, der rötlichen Beteigeuze und dem bläulich-weißen Rigel. Beide Sternennamen stammen von den Arabern. Beteigeuze markiert dabei die östliche Schulter des Orion, Rigel deutet seinen westlichen Fuß an. Markant und leicht zu erkennen sind die drei, fast exakt in einer geraden Linie stehenden Gürtelsterne des Orion. Der westliche Gürtelstern, Mintaka mit Namen, befindet sich dabei ziemlich genau auf dem Himmelsäquator, der Orion in zwei Teile spaltet.

Tief am Südhimmel flackert Sirius in bläulichem Licht. Er ist der Hauptstern im Bild Großer Hund. Mit knapp neun Lichtjahren Entfernung gehört Sirius zu den Nachbarsternen unserer Sonne. Er ist kaum zu übersehen, ist er doch der hellste Fixstern am irdischen Himmel. Dem Großen Hund folgt im Osten der Kleine Hund mit seinem Hauptstern Prokyon. Hoch im Osten nehmen die beiden Sternenketten der Zwillinge ihren Platz ein. Fast senkrecht über unseren Köpfen leuchtet die helle Kapella im Sternbild Fuhrmann. Der Widder hat gerade die Mittagslinie passiert während hoch am Westhimmel das Pegasusquadrat, auch als Herbstviereck bekannt, zu sehen ist.

Ringförmige Sonnenfinsternis

Mit 404.450 Kilometer hält sich der Mond am 5. in Erdferne auf. Vollmond wird am 12. um 6.12 Uhr erreicht. Am Abend dieses Tages sieht man den hell strahlenden Mond im Sternbild Stier. Die Nacht von 11. auf 12. ist die längste Vollmondnacht des Jahres. Um Mitternacht erreicht der Mond seine höchste Position im Süden in diesem Jahr. Seinen erdnächsten Bahnpunkt passiert der Mond am 18. abends, wobei ihn 370.260 Kilometer von uns trennen.

Neumond tritt am 26. um 6.13 Uhr ein. Dabei schiebt sich der dunkle Neumond vor die Sonne, es kommt zur Sonnenfinsternis. Die Sonnenscheibe ist diesmal etwas größer als die Neumondscheibe, da sich die Erde in Sonnennähe, der Mond aber in Sonnenferne befindet. Somit entsteht keine totale, sondern eine ringförmige Sonnenfinsternis.

Sie bleibt allerdings auch in ihren partiellen Phasen von Mitteleuropa aus unbeobachtbar. Aber Weihnachtsurlauber, die in östliche Gefilde reisen, können dieses spektakuläre Himmelsschauspiel verfolgen. Die Zone der ringförmigen Phase zieht sich von den Vereinigten Arabischen Emiraten und dem Persischen Golf über die Südspitze Indiens, über Sumatra und Borneo und endet im Pazifik.

Astronomischer Winter beginnt

Die Sonne wechselt am 18. abends aus dem Schlangenträger in das Sternbild Schütze, in dem sie am 22. ihren Jahrestiefststand erreicht. Am 22. Dezember hält der astronomische Winter um 5.19 Uhr seinen Einzug. Der Winterpunkt liegt im Sternbild Schütze und markiert den Beginn des Tierkreiszeichens Steinbock. Deshalb spricht man auch vom Wendekreis des Steinbocks. Denn die Sonne beendet hier ihre Südwanderung und strebt wieder nach Norden dem Frühlingspunkt entgegen.

Der 22. Dezember ist der kürzeste Tag des Jahres - betrachtet man den Auf- und Untergang der Sonne. Der früheste Sonnenuntergang erfolgt aber schon am 12., der späteste Sonnenaufgang erst am 31. Dezember.

Quelle: n-tv.de, Hans-Ulrich Keller, dpa