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Lepra-Patient in Indien: Die chronische Krankheit ist zwar mit einer monate- bis jahrelangen Medikamentengabe heilbar, aber wenn sie zu spät diagnostiziert wird, bleiben erhebliche körperliche Schäden.
Lepra-Patient in Indien: Die chronische Krankheit ist zwar mit einer monate- bis jahrelangen Medikamentengabe heilbar, aber wenn sie zu spät diagnostiziert wird, bleiben erhebliche körperliche Schäden.(Foto: picture alliance / Farooq Khan/E)
Donnerstag, 19. Oktober 2017

Über 200.000 Erkrankte jährlich: Impfstoff gegen Lepra entwickelt

Trotz ihres Rufs, eine ausgestorbene Seuche zu sein, infizieren sich immer noch jährlich Hunderttausende Menschen mit Lepra. Jetzt weckt eine Impfung Hoffnungen. In wenigen Monaten schon könnte der Impfstoff an Menschen getestet werden.

Im Kampf gegen die Infektionskrankheit Lepra will das Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfswerk (DAHW) einen neuen Impfstoff auf den Weg bringen. Der Wirkstoff sei bereits erfolgreich an Gürteltieren getestet und vor wenigen Tagen für klinische Studien am Menschen freigegeben worden, sagte DAHW-Geschäftsführer Burkard Kömm.

Gürteltiere eignen sich laut DAHW für solche Tests, weil sie als eines von wenigen Tieren Träger des Lepra-Erregers sind. "Wir hoffen, dass die Feldstudien innerhalb der nächsten sechs Monate starten können", sagte Kömm. Die Forschung war von 15 weltweit tätigen Lepra-Hilfsorganisationen finanziert worden. Bislang gibt es laut DAHW keine Impfung gegen die chronische Infektionskrankheit.

"Viele haben Angst vor Stigmatisierung"

Lepra wird von Bakterien ausgelöst und führt zu Geschwüren und Wunden sowie zu Verkrüppelungen und Behinderungen. Heutzutage gilt die Krankheit als heilbar. Die Weltgesundheitsorganisation meldete im September einen leichten Anstieg der Neuerkrankungen. Insgesamt registrierte die WHO 2016 fast 215.000 Fälle. 2015 waren es knapp 212.000 Fälle.

Der Großteil der Erkrankten lebt in Indien, Afrika und Brasilien. In Deutschland werden pro Jahr etwa fünf bis sechs Leprafälle diagnostiziert. Probleme machen dem DAHW zufolge vor allem die Betroffenen in schwer erreichbaren Regionen. "Viele Leprakranke wissen nicht, was sie haben und gehen nicht zum Arzt. Oder sie haben Angst vor einer Stigmatisierung", sagte Kömm. Das führe immer wieder zu Neuansteckungen.

Das DAHW feiert am Freitag am Hauptsitz in Würzburg sein 60-jähriges Bestehen.

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Quelle: n-tv.de

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