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Viren-Weitergabe wird gestoppt Impfung für Klinikpersonal schützt Umfeld

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Impfung einer Mitarbeiterin im Gesundheitswesen in Glasgow im Januar 2021.

(Foto: picture alliance / empics)

Impfungen schützen - ab einer bestimmten Quote sogar diejenigen, die ungeimpft sind. Ob das auch für Covid-19-Vakzine gilt, wird beim Klinikpersonal Schottlands und deren Haushaltsangehörigen untersucht. Die Ergebnisse liefern auch Hinweise auf die Weitergabe der Viren.

Bisher war unklar, ob und wie die Covid-19-Impfstoffe verhindern können, dass Viren weitergegeben werden. Nun gibt es einen ersten, eindeutigen Hinweis darauf, dass bereits nach der ersten Impfung mit Astrazeneca- oder Biontech-Vakzinen auch die Übertragung der Viren verhindert werden könnte. Das haben Forschende der Universität Glasgow in einer Mitteilung bekannt gegeben.

Das Team um David McAllister sah sich die Daten von insgesamt mehr als 300.000 Menschen im Zeitraum vom 8. Dezember 2020 bis zum 3. März 2021 an. Davon hatten bis Anfang März 113.255 Beschäftigte im Gesundheitswesen Schottlands mindestens eine Impfdosis bekommen, 36.227 davon waren bereits mit der zweiten Dosis geimpft worden.

Durch den Abgleich verschiedener Personenregister Schottlands hatten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die Möglichkeit, auch die Daten von Personen, die im selben Haushalt wie die Angestellten im Gesundheitswesen leben, zu analysieren. Dabei stellte sich heraus, dass nicht nur die Zahl der Covid-19-Erkrankungen bei den Geimpften, sondern auch bei deren Haushaltsmitgliedern sank.

Schon nach erster Impf-Dosis

Bei der Analyse der Daten wurden Faktoren wie Alter, Geschlecht, sozioökonomischer Status, Intensität des Patientenkontakts, Wochenarbeitszeiten und Vorerkrankungen berücksichtigt. Das Ergebnis: Bei den Geimpften sank die Zahl der Covid-19-Erkrankungen nach der ersten Dosis um 55 Prozent. Auch die Zahl der Krankenhauseinweisungen reduzierte sich beim geimpften Klinikpersonal um 84 Prozent.

Die Forschenden sahen aber auch, dass auch die Menschen geschützt werden, die mit den Geimpften im selben Haushalt leben. Den Berechnungen zufolge erkrankten Angehörige, die im selben Haushalt leben, 30 Prozent seltener an Covid-19 im Vergleich zu nicht Geimpften. Sie mussten wegen einer Sars-CoV-2-Infektion 23 Prozent seltener in ein Krankenhaus eingeliefert werden.

Noch deutlicher zeigten sich die schützenden Effekte bei vollständig Geimpften. Die Zahl der Covid-19-Fälle ging 14 Tage nach der zweiten Dosis bei den Geimpften um 92 Prozent zurück. Krankenhauseinweisungen gab es gar keine mehr. Bei den Angehörigen des zwei Mal geimpften Klinikpersonals reduzierte sich die Zahl der Erkrankungen um 54 Prozent und die der Krankenhauseinweisungen um 32 Prozent.

"Die Ergebnisse dieser Studie sind sehr ermutigend", sagt Diane Stockton, die das Covid-19-Programm in Schottland überwacht, laut der Mitteilung der Universität. Sie liefere die Hinweise darauf, dass der Impfstoff dazu beitrage, dass Menschen das Virus nicht an andere weitergäben.

Die Ergebnisse der Studie sind bisher nur von den Forschenden selbst veröffentlicht worden.

Quelle: ntv.de, jaz

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