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Hauptsache, es schmeckt Jeder vierte Deutsche isst täglich Fleisch

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Das Schnitzel ist eines der Lieblingsessen der Deutschen.

(Foto: picture alliance / dpa)

"Du bist, was du isst", sagte einst sinngemäß der Philosoph Ludwig Feuerbach. Einer neuen Studie zufolge sind die Deutschen dann wohl Fleisch. Schnitzel oder Braten sind hierzulande Lieblingsessen. Aber das Interesse an vegetarischer Ernährung steigt.

Es soll gesund sein, schnell zubereitet sein, aber vor allem gut schmecken: Das ist einer neuen Umfrage im Auftrag der Bundesregierung zufolge den Deutschen beim Essen besonders wichtig. Der Griff zu Fertiggerichten liege im Trend, sagte Bundesernährungsministerin Julia Klöckner bei der Vorstellung des Ernährungsreports 2019.

Für "Deutschland, wie es isst" befragte das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Oktober und November rund 1000 Deutsche ab 14 Jahren. Während es für 99 Prozent auf den Geschmack, für 91 Prozent auf die Gesundheit und immerhin 48 Prozent auf eine einfache Zubereitung ankommt, stehen Kaloriengehalt und Preis etwas weiter hinten. Gut ein Drittel (36 Prozent) der Befragten findet den Brennwert besonders wichtig, knapp ein Drittel (32 Prozent) den Preis der Nahrungsmittel.

Der Trend zum Vegetarismus steigt - Verbraucher verzichten laut der Umfrage zunehmend auf Fleisch. 28 Prozent der Befragten geben zwar an, dass sie jeden Tag Wurst oder Fleisch essen. Zwei Jahre zuvor waren es jedoch noch 34 Prozent gewesen. Zugleich bezeichnen sich aber nur sechs Prozent als Vegetarier und Braten oder Schnitzel werden weiter am häufigsten als Lieblingsessen genannt. Je jünger die Befragten sind, desto höher ist der Vegetarier-Anteil allerdings: Unter den 14- bis 29-Jährigen sind es mit elf Prozent fast doppelt so viele Vegetarier. Obst und Gemüse stehen bei 71 Prozent täglich auf dem Speiseplan, Milchprodukte wie Käse und Joghurt bei 64 Prozent.

Bei Wurst und Fleisch geben deutlich mehr Männer (39 Prozent) als Frauen (18 Prozent) an, diese jeden Tag zu verzehren. Auch zwischen Ost (43 Prozent) und West (26 Prozent) gibt es hier klare Unterschiede. Befragt nach ihrem Lieblingsessen, votierte jeder Dritte für Braten, Schnitzel und Gulasch, dahinter folgen mit 17 Prozent Spaghetti, Lasagne oder Spätzle vor Salaten oder Gemüsegerichten mit zehn Prozent.

Schmeckt nicht, bringt es nicht

Befragt nach den Herausforderungen durch das weltweite Bevölkerungswachstum sprechen sich mehr als vier Fünftel (84 Prozent) für eine Verringerung der Lebensmittelverschwendung aus. Knapp drei Viertel (74 Prozent) meinen, dass weniger Fleischkonsum der richtige Weg sei. Ein knappes Drittel (29 Prozent) ist grundsätzlich offen für alternative Fleischarten als Beitrag zur Ernährungssicherheit, wie etwa aus Insekten hergestellte Lebensmittel oder Laborfleisch.

Nach Angaben von Landwirtschaftsministerin Klöckner zeigt die Umfrage auch, dass sich die deutschen Verbraucher immer bewusster ernähren. "71 Prozent ist es wichtig, dass Fertigprodukte weniger Zucker enthalten, 68 Prozent wollen weniger ungesunde Transfette und 38 Prozent weniger Salz", erklärte die CDU-Politikerin, die im Herbst mit der Ernährungswirtschaft eine Grundsatzvereinbarung zur Reduktion von Zucker, Fett und Salz in Fertigprodukten unterzeichnet hatte.

Aus der Präferenz der Deutschen, das zu essen, was ihnen schmeckt, zieht sie jedoch auch andere Schlüsse: "Dass wir alle gerne theoretisch einen Plan machen können, was gesund ist, aber am Ende wird es alles nichts bringen, wenn es nicht schmeckt." Deswegen werde nicht von heute auf morgen vorgeschrieben, den Zucker etwa um die Hälfte zu reduzieren. Produkte würden dann zum Ladenhüter.

Die Organisation Foodwatch kritisierte, Klöckner verteidige "wirtschaftliche Interessen gegen Anliegen des Verbraucherschutzes, wenn sie allein auf freiwillige Maßnahmen setzt". Ein freiwilliges Tierwohl-Label werde am "katastrophalen Gesundheitszustand zahlreicher Nutztiere" kaum etwas ändern und eine freiwillige Selbstverpflichtung der Lebensmittelindustrie, den Zucker zu reduzieren, sei "zum Scheitern verurteilt".

Quelle: n-tv.de, agr/AFP/dpa

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