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Verbessert Schlaf und GedächtnisKaffee ist auch ohne Koffein gut für den Körper

28.04.2026, 11:36 Uhr
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Wer Kaffee trinkt, ist generell stressresistenter und weniger depressiv, schreiben die Neurowissenschaftler. (Foto: picture alliance / imageBROKER)

Kaffee kann Stimmung, Stressresistenz und Darmgesundheit verbessern. Der Koffeingehalt ist dabei offenbar nicht entscheidend, wie eine neue Studie nahelegt. Entkoffeiniert kann er sogar das Gedächtnis schärfen.

Einen Energie-Boost gibt Kaffee vor allem, weil er dem Körper Koffein liefert, so die Annahme. Eine neue Studie legt jedoch nahe: Sowohl koffeinhaltiger als auch entkoffeinierter Kaffee kann positive Effekte auf Stimmung, Gehirnleistung und körperliche Gesundheit entfachen. Nicht allein Koffein, sondern auch andere bioaktive Inhaltsstoffe im Kaffee - etwa Polyphenole oder antioxidative Pflanzenstoffe - könnten eine wichtige Rolle spielen, schreibt ein Team von Neurowissenschaftlerinnen und Neurowissenschaftlern der University College Cork in Irland.

Besonders im Fokus stand dabei die sogenannte Darm-Hirn-Achse, also die Wechselwirkung zwischen Darmmikrobiom, Psyche und kognitiver Leistungsfähigkeit. Die Studienergebnisse wurden im Fachjournal "Nature Communications" veröffentlicht.

Unbewusster Koffeinentzug

Für die Untersuchung analysierte das Forschungsteam die Daten von 62 gesunden Erwachsenen, die über zwei Wochen in zwei Gruppen aufgeteilt wurden: 31 Kaffeetrinkende, die zwischen drei und fünf Tassen pro Tag trinken, und 31 Nicht-Kaffeetrinkende. Grundsätzlich gab es zwischen den beiden Gruppen keine Unterschiede hinsichtlich des Body-Mass-Index, Blutdruck, Stress, Angstzuständen, Depressionen, Magen-Darm-Symptomen, Schlafqualität oder körperlicher Aktivität.

Um herauszufinden, ob Koffein der entscheidende Wirkstoff für diese Veränderungen ist, unterteilte das Forschungsteam die 31 Kaffeetrinkenden anschließend in zwei Untergruppen: 16 Testpersonen erhielten weiterhin koffeinhaltigen Kaffee und die 15 übrigen erhielten fortan entkoffeinierten Kaffee - ohne, dass sie über den Koffeinentzug in Kenntnis gesetzt wurden. Die Effekte wurden über drei weitere Wochen ausgewertet.

Kaffee gut, Koffein nicht entscheidend

Insgesamt wiesen die Kaffeetrinkenden im Vergleich zu den Nicht-Kaffeetrinkenden über die Zeit mehrere positive Veränderungen auf. Sowohl regulärer als auch entkoffeinierter Kaffee standen mit besserer Stimmung, geringerer Stressbelastung, weniger depressiven Symptomen und verbesserten kognitiven Leistungen in Verbindung. Zudem zeigten sich Hinweise auf reduzierte Entzündungswerte und für die Gesundheit positive Veränderungen im Darmmikrobiom. "Beide Kaffeesorten wirkten sich positiv auf Stress, Depressionen, Impulsivität und Entzündungen aus und verbesserten gleichzeitig die Stimmung und die kognitive Leistungsfähigkeit", so die Studie.

Dennoch blieb Koffein ein wichtiger Faktor. Die Gruppe mit koffeinhaltigem Kaffee zeigte eine höhere Aufmerksamkeit, Wachheit und Stressresistenz. Auch bei der Blutdruckregulation und dem Angstempfinden zeigten sich spezifische Unterschiede, die auf den stimulierenden Effekt von Koffein zurückgeführt werden könnten, schreiben die Fachleute.

Besseres Gedächtnis ohne Koffein

Entkoffeinierter Kaffee zeigte jedoch eigene mögliche Vorteile, da die Probanden bessere Schlafwerte, eine höhere körperliche Aktivität und teilweise verbesserte Gedächtnisleistungen zeigten. Die Studienautorinnen und Studienautoren vermuten, dass hierbei vor allem nicht-koffeinhaltige Inhaltsstoffe wie Chlorogensäuren oder andere sekundäre Pflanzenstoffe eine Rolle spielen.

Dem Forschungsteam zufolge bestätigt die Studie zum einen die bekannten aktivierenden Eigenschaften von Koffein. Zum anderen lege sie nahe, dass entkoffeinierter Kaffee künftig stärker als gesunde Alternative wahrgenommen werden könnte.

Quelle: ntv.de, gri

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