Studie: Koffein schützt vor DemenzSo viele Tassen Kaffee sollen optimal fürs Gehirn sein

Kaffee könnte mehr sein als nur ein Wachmacher, wie eine neue Studie aus den USA andeutet. Regelmäßiger Konsum scheint das Gehirn vor dem Verfall im Alter zu schützen. Die Forscher benennen sogar eine optimale tägliche Dosis für den besten Effekt.
Ist Kaffeetrinken gesund oder eher nicht? Wenn es um die geistige Fitness im Alter geht, können ein paar Tassen koffeinhaltiger Kaffee oder Tee pro Tag laut einer neuen Studie das Demenzrisiko senken. Wie ein Forschungsteam aus den USA bei der Untersuchung von mehr als 130.000 Teilnehmerdaten von Langzeitstudien herausfand, verlangsamt Koffein womöglich den kognitiven Verfall und hält das Gehirn fit.
Die Forscherinnen und Forscher waren auf der Suche nach möglichen Mitteln, um Demenz vorzubeugen. Prävention von Demenz rückt immer mehr in den Fokus, da die derzeitigen Behandlungsmöglichkeiten begrenzt sind. "Wir dachten, dass etwas so Verbreitetes wie Kaffee eine vielversprechende Ernährungsintervention sein könnte", sagte Co-Autor Daniel Wang von der Harvard Medical School, laut einer Mitteilung.
"Unsere Ergebnisse sind zwar ermutigend, aber es ist wichtig, sich vor Augen zu halten, dass der Effekt gering ist", betont Wang. Es gebe viele Möglichkeiten, die kognitiven Funktionen im Alter zu schützen. "Unsere Studie legt nahe, dass der Konsum von koffeinhaltigem Kaffee oder Tee ein Teil dieses Puzzles sein kann." Die Ergebnisse waren in der Fachzeitschrift "Journal of the American Medical Association" veröffentlicht worden.
18 Prozent geringeres Demenzrisiko
Die Probanden der Langzeitstudien waren über Jahrzehnte wiederholt zu ihrer Ernährung, Demenz und ihrer geistigen Fitness befragt worden - es handelte sich um Krankenpflegerinnen und Angehörige von Gesundheitsberufen. Von den mehr als 130.000 Teilnehmern der Studie entwickelten schließlich 11.033 eine Demenz.
Die Forschenden um Wang nahmen diese Daten und verglichen, wie sich der Konsum von koffeinhaltigem Kaffee und Tee sowie entkoffeiniertem Kaffee auf das Demenzrisiko der Teilnehmer auswirkte. Das Ergebnis: Menschen mit dem höchsten Konsum von koffeinhaltigem Kaffee hatten ein um 18 Prozent geringeres Demenzrisiko als diejenigen, die angaben, wenig oder gar keinen Kaffee zu trinken. Zudem zeigten sie bessere Leistungen bei objektiven Tests zur geistigen Fitness.
Auch Vieltrinker sind geschützt
Ein höherer Teekonsum zeigte ähnliche Ergebnisse. Allerdings war dies bei entkoffeiniertem Kaffee nicht der Fall. Dies deute laut den Autoren darauf hin, dass Koffein beim schützenden Effekt für die geistige Gesundheit der entscheidende Faktor sein könnte. Die Autoren betonen jedoch, dass weitere Untersuchungen erforderlich seien, um dies auch beweisen zu können.
Die optimale Dosierung: Laut der Studie sind die positiven Effekte auf die geistige Gesundheit bei zwei bis drei Tassen koffeinhaltigem Kaffee oder ein bis zwei Tassen Tee pro Tag am ausgeprägtesten. Im Gegensatz zu mehreren früheren Studien hätten bei höherem Koffeinkonsum keine negativen Auswirkungen festgestellt werden können, so die Autoren - vielmehr zeigten sich ähnliche Vorteile wie bei einer optimalen Dosierung.
Positive Wirkung auf andere Leiden vermutet
Auch genetische Veranlagung hat laut der Studie keinen Einfluss auf die vermutete positive Wirkung von Koffein: "Wir haben auch Menschen mit unterschiedlicher genetischer Veranlagung für die Entwicklung von Demenz verglichen und die gleichen Ergebnisse festgestellt", sagte der Erstautor der Studie, Yu Zhang, Doktorand an der Harvard Chan School.
Frühere Studien hatten auch auf eine mögliche positive Wirkung von Kaffee auf weitere schwere Erkrankungen hingewiesen: darunter Typ-2-Diabetes, Lebererkrankungen, Herzerkrankungen, Schlaganfall, einige Krebsarten wie Gebärmutter- und Leberkrebs und bestimmte neurologische Störungen wie Parkinson. Andere Forschungsergebnisse liefern Hinweise darauf, dass Koffein auch das Risiko für Bluthochdruck senken könnte.