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Die Idee der Luftbetankung ist nicht neu: Das Computerbild der EADS zeigt einen Airbus A330 bei der Betankung eines Joint Strike Fighters (l) mit dem Rohr-Tanksystem "Boom" von EADS. (Bild von 2005)
Die Idee der Luftbetankung ist nicht neu: Das Computerbild der EADS zeigt einen Airbus A330 bei der Betankung eines Joint Strike Fighters (l) mit dem Rohr-Tanksystem "Boom" von EADS. (Bild von 2005)(Foto: picture-alliance/ dpa/dpaweb)
Montag, 30. März 2015

Nonstop bis nach Sydney: Luftbetankung auch bei Passagierjets möglich

Betanken während des Fluges? Bei Militärflugzeugen wird das ja schon gemacht, aber laut einer Schweizer Studie wäre das auch bei Passagiermaschinen möglich. Das Verfahren würde enorm viel Treibstoff einsparen - und den Fluglärm verringern.

Nach dem Start erstmal zur "Flugzeugtankstelle" in luftiger Höhe: Dieses Szenario haben europäische Wissenschaftler in einer neuen Studie entworfen. Würden Passagiermaschinen in der Luft von Tankflugzeugen mit Kerosin befüllt, wären sie beim Abheben viel leichter und könnten somit Kraftstoff sparen, heißt es in der heute vorgestellten Untersuchung der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften. Bei einem typischen Langstreckenflug mit 250 Passagieren könne so der Treibstoffverbrauch um 11 bis 23 Prozent gesenkt werden.

Die Wissenschaftler aus Zürich und von neun europäischen Forschungsinstituten hatten drei Jahre lang überprüft, ob eine Betankung in der Luft ähnlich wie bei Militärfliegern auch in der zivilen Luftfahrt technisch machbar und lohnenswert ist. Den Ergebnissen zufolge könnten die Flugzeuge mit weniger Treibstoff an Bord starten und nach Erreichen einer Höhe von 10.000 Metern nachgetankt werden. Die Tankflieger könnten mit ihrer Ladung jeweils drei bis fünf Passagiermaschinen versorgen - möglichst weit entfernt von bewohntem Gebiet am Boden. Die technische Umsetzung wurde demnach in Simulationen nachgewiesen.

Weniger Lärm, längere Strecken

Laut den Forschern würde ein System zur Luftbetankung auch die Lärmbelastung in der Nähe von Flughäfen reduzieren, da schwerere Flugzeuge beim Start mehr Krach verursachten. Außerdem würden damit Non-Stop-Flüge über weitere Distanzen als bislang ermöglicht, etwa von Zürich nach Sydney.

Im Rahmen des Forschungsprojekts wurde noch ein zweites Szenario entworfen. Es sieht eine Art U-Bahn-System am Himmel vor, bei dem riesige Flugzeuge ständig die Erde umkreisen, während kleinere Maschinen für den An- und Abtransport von Passagieren, Gepäck und Abfällen zuständig wären. Allerdings sei für dieses Konzept derzeit weder die Flugtauglichkeit noch die Akzeptanz in der Öffentlichkeit absehbar, räumten die Wissenschaftler ein.

Quelle: n-tv.de