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Forscher rätseln über UrsacheMenschen laufen laut Studie am liebsten linksherum

10.06.2026, 18:32 Uhr
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Aufnahme aus der Vogelperspektive: Ein Schulhof in Spanien und die Bewegungen der jugendlichen Teilnehmer, die durch Punkte und Linien nachgezeichnet wurden. (Foto: Echeverría-Huarte et al. CC-BY-ND)

Ein Zufallsfund bei Tests mit Fußgängern während der Corona-Pandemie führt zu einer erstaunlichen Erkenntnis: Menschen bevorzugen es, gegen den Uhrzeigersinn abzubiegen. Zu den Gründen können Forscher bisher nur mutmaßen.

Es hätte schon früher auffallen können: Bei einigen Laufwettbewerben in Sportstadien ist die vorgegebene Richtung gegen den Uhrzeigersinn, also nach links. Warum, das weiß niemand so genau. Nun hat ein Forschungsteam herausgefunden, dass Menschen es unbewusst bevorzugen, gegen den Uhrzeigersinn zu laufen.

Der Zufall brachte ein Team der Universität Navarra in Spanien dazu, das Phänomen zu erforschen: Während der Covid-19-Pandemie galten in vielen Ländern Regeln und Richtlinien zum Abstandhalten, um die Ausbreitung des Virus zu bremsen. Die spanischen Forscher untersuchten damals mit Test-Fußgängern, wie sich die Abstands-Vorgaben im öffentlichen Raum auswirkten. Dafür zeichneten sie die Laufwege der Probanden auf Video auf.

"Bei der Analyse der Experimente stellten meine Kollegen zufällig fest, dass in 32 von 33 Versuchsdurchläufen die Menschen beim Gehen und Abbiegen deutlich bevorzugten, gegen den Uhrzeigersinn abzubiegen", sagte Co-Autor Claudio Feliciani, der an diesen ersten Versuchen noch nicht beteiligt war, laut einer Mitteilung. "Das war völlig unerwartet, denn zumindest instinktiv geht man davon aus, dass sich Menschen, wenn sie zufällig umhergehen, nach Bedarf abbiegen, ohne dass es Anzeichen für eine allgemeine Präferenz gibt."

Kinder mit noch stärkerem Linksdrall

Feliciani, der in Japan an der Universität Tokio tätig ist, wurde von seinen spanischen Kollegen kontaktiert, weil diese zunächst annahmen, dass kulturelle Faktoren eine Ursache für die Abbiegepräferenz sein könnten. Also führten Feliciani und sein Team auch in Japan Experimente durch, um Fußgänger in verschiedenen Umgebungen zu beobachten. Und auch hier stellten sie dieselbe Links-Vorliebe fest.

Die Forscher untersuchten neben möglichen kulturellen Aspekten auch Zusammenhänge mit Gruppengröße, Geschlecht, Rechts- und Linkshändigkeit sowie dem Alter. "Von all diesen Faktoren stach nur einer hervor: Kinder neigen zu einer stärkeren Präferenz für die Bewegung gegen den Uhrzeigersinn", so Feliciani. Das Alter spiele wohl eine Rolle dabei, den Linksdrall abzuschwächen oder zu verstärken.

Spielt das Erdmagnetfeld eine Rolle?

Aber warum bewegen sich Menschen lieber gegen den Uhrzeigersinn? Darauf haben die Forscher noch keine Antwort. "Es liegt wahrscheinlich nicht an den Augen, denn wir haben versucht, den Probanden das linke oder das rechte Auge abzudecken", sagte Feliciani. Die Links-Tendenz sei aber immer noch vorhanden gewesen. Größere Phänomene wie die Corioliskraft auf der Erde oder das Erdmagnetfeld halten die Forscher für unwahrscheinlich.

"Die bei Menschen festgestellte starke Präferenz deutet auf eine gewisse Asymmetrie auf biomechanischer Ebene hin", sagt Feliciani. Um die wahren Ursachen zu ergründen, plant das Team detailliertere Experimente mit Einzelpersonen. Die aktuelle Studie wurde im Fachmagazin "Nature Communications" veröffentlicht.

Quelle: ntv.de

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