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RKI-Studie: Fast jeder Dritte Millionen droht schwerer Covid-19-Verlauf

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Bei schweren Verläufen müssen die Patienten auf der Intensivstation behandelt oder sogar beatmet werden.

(Foto: dpa)

Nach einer Corona-Infektion kann man leicht oder auch sehr schwer erkranken. Forscher des Robert-Koch-Instituts haben nun die Zahl der Risikopatienten für einen schweren Verlauf errechnet. Das Ergebnis: Mehr als die Hälfte der Bevölkerung im Alter ab 15 Jahren hat ein erhöhtes Risiko.

Wegen ihrer körperlichen Konstitution haben mehr als 20 Millionen Menschen in Deutschland ein stark erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf einer Corona-Erkrankung. Betroffen seien 30,6 Prozent der Bevölkerung ab 15 Jahren oder rund 21,6 Millionen Menschen, heißt es in einer Studie von Forscherinnen und Forschern des Robert-Koch-Instituts (RKI).

Ein stark erhöhtes Risiko haben demnach Menschen im Alter über 65 sowie Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen. Die Forscher nannten hier Diabetes mellitus, chronische Nierenbeschwerden und Adipositas.

Außerdem gebe es rund 15 Millionen Menschen mit einem leicht erhöhten Risiko für einen schweren Corona-Verlauf. Die Risikogruppe insgesamt umfasse damit 36,5 Millionen Menschen in Deutschland. Das sind fast 52 Prozent der Bevölkerung.

Regionale Unterschiede

Die Forscherinnen legten zugleich sozioökonomische und regionale Unterschiede offen. Während unter den Menschen mit geringer Bildung 49,2 Prozent in die Hochrisikogruppe fielen, seien es bei mittlerem Bildungsgrad 21,9 Prozent und bei höherer Bildung 23,9 Prozent. Regional gesehen gibt es den Angaben zufolge in den ostdeutschen Bundesländern und im Saarland den höchsten Anteil von Menschen mit erhöhten Risiko für einen schweren Verlauf.

Nach Aussagen der Wissenschaftler leben überdurchschnittlich viele Risiko-Personen allein. Außerdem haben Männer mittlerer Altersgruppen gegenüber Frauen eine deutlich höhere Wahrscheinlichkeit, schwer an Covid-19 zu erkranken.

Die Studie basiert laut RKI auf einer telefonischen Befragung von 23.001 Menschen im Zeitraum von April 2019 bis Oktober 2020. Es habe zuvor "nur wenige Versuche" gegeben, die Größe der Risikogruppen zu quantifizieren. Dabei seien zudem wichtige Risikofaktoren wie Adipositas nicht erfasst worden. "Zudem gilt mittlerweile ein höheres Lebensalter als Hauptrisikofaktor, der als bevölkerungsbezogener Parameter in den bisherigen Schätzungen ebenfalls nicht eingegangen ist", schreiben die Forschenden.

Quelle: ntv.de, sba/AFP

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