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Nach sechs Jahren wird es besser Mütter haben mehr schlaflose Nächte als Väter

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Mütter trifft es meist härter als Väter, weil sie die primären Bezugspersonen sind.

(Foto: picture alliance / Malte Christi)

Dass Babys und Kleinkinder für schlaflose Nächte sorgen können, ist wohl allen Eltern geläufig. Wie sehr der Schlaf beeinträchtigt wird, haben Forscher einer britischen Universität nun mit Daten aus Deutschland analysiert. Auch ökonomische Faktoren spielen dabei eine Rolle.

Diesen Zustand kennen wohl alle Eltern von Babys und Kleinkindern: die vielen schlaflosen Nächte. Wie sehr ihr Schlaf beeinträchtigt wird, haben Forscher der Universität Warwick in Großbritannien nun mit Daten aus Deutschland analysiert. Demnach dauert es nach der Geburt des ersten Kindes bis zu sechs Jahre, bis Mutter und Vater wieder so schlafen können wie davor.

Härter trifft es meist die Mütter, erläutert Sakari Lemola vom Psychologischen Institut der Universität. "Frauen leiden nach der Geburt eines Kindes in der Regel häufiger an Schlafstörungen als Männer." Dies liege daran, dass Mütter nach wie vor häufiger als Väter die primären Bezugspersonen seien. In den ersten sechs Monaten seien die Auswirkungen auf stillende Mütter zudem größer. Erstlingseltern hätten es schwieriger als erfahrene Eltern mit mehr Kindern, so Lemola.

Ökonomische Faktoren bestimmen Zufriedenheit

Nach seinen Worten schlafen Mütter im Durchschnitt in den ersten drei Monaten, innerhalb derer ein Tiefpunkt erreicht wird, eine Stunde weniger als vor der Geburt. Bei den Vätern sind es 15 Minuten weniger. Zwar bessere sich das mit zunehmendem Alter des Nachwuchses. Doch selbst wenn die Kinder bereits vier bis sechs Jahre alt sind, schlafen Frauen der Studie zufolge noch 20 Minuten und Väter 15 Minuten weniger pro Nacht als vor der Geburt.

Dennoch haben es Paare, die zusammen leben, oft leichter als Alleinerziehende. Sie können sich Aufgaben wie das nächtliche Füttern aufteilen und dem Partner so ein bisschen mehr Schlaf gewähren. Auch die emotionale Unterstützung lindere den Stress auf beiden Seiten. Ein weiterer Faktor ist der ökonomische Aspekt: Teilnehmer mit einem Einkommen von 2500 Euro sind der Studie zufolge zufriedener mit ihrem Schlaf und haben längere Ruhephasen als die mit einem geringerem Einkommen. Gleiches gilt für die Teilnehmer, die eine eigene Immobilie besitzen.

Für die Untersuchung über Langzeiteffekte von Schwangerschaft und Geburt auf die Schlafzufriedenheit und -Dauer wurden die Antworten von 2541 Müttern und 2118 Vätern des sogenannten sozio-oekonomischen Panels (SOEP) aus den Jahren 2008 bis 2015 ausgewertet. Dabei handelt es sich um eine repräsentative Wiederholungsbefragung im Auftrag des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin).

Quelle: ntv.de, lri/dpa