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Trotz guter Schutzausrüstung Pausenraum ist in Kliniken Infektionsort

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Krankenhaus-Mitarbeiter schützen sich gut vor einer Sars-CoV-2-Infektion.

(Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild)

Mitarbeiter in Krankenhäusern sind sich über das erhöhte Risiko einer Infektion mit Sars-CoV-2 im Klaren. Wo und wie das passiert, erklärt eine Expertin. Eine Infektion von Arzt zum Patienten sei selten.

Die meisten Sars-CoV-2-Infektionen in Krankenhäusern werden von einem Mitarbeiter zum anderen beobachtet. Das erklärte Professorin Petra Gastmeier von der Charité Berlin laut Deutschem Ärzteblatt. "Die meisten Mitarbeiter infizieren sich außerhalb des Arbeitsplatzes", so die Direktorin des Instituts für Hygiene- und Umweltmedizin weiter. Beobachtet worden sei, dass sich die Mitarbeiter während des Kontakts zu Patienten gut schützten, im Pausenraum aber nicht. Aus diesem Grund habe man die Pausenräume an der Charité vergrößert und auf eine geringere Belegung geachtet. So wolle man diesen Übertragungsweg unterbrechen.

Im Krankenhaus gebe es grundsätzlich sechs Arten der Übertragung, erklärte Gastmeier in ihren Ausführungen auf dem Nationalen Qualitätskongress Gesundheit:

· Ein diagnostizierter Covid-19-Patient steckt andere Patienten oder Mitarbeiter an.
· Ein nicht diagnostizierter Covid-19-Patient steckt andere Patienten und Mitarbeiter an.
· Ein nicht diagnostizierter Mitarbeiter steckt Patienten und andere Mitarbeiter an.

Risiko durch nicht diagnostizierte Patienten

Wenn ein Patient mit Covid-19 in ein Krankenhaus kommt, ist das Risiko einer Weiterverbreitung gut beherrschbar, da in Krankenhäusern Covid- und Nicht-Covid-Bereiche gut voneinander getrennt sind. "In der Charité wurden pro Campus drei verschiedene Bereiche eingerichtet: Bereiche mit bekannten Covid-19-Patienten, Bereiche ohne Covid-19-Patienten und Bereiche mit Patienten, in denen der Status noch unklar ist", erzählt Gastmeier aus der Praxis. "Hier ist dann nur eine Einzelzimmerbelegung möglich." Zudem sei die Bereitschaft unter den Mitarbeitern beim Tragen der Schutzausrüstung sehr gut, betonte Gastmeier. Außerdem kämen Covid-19-Patienten häufig erst ins Krankenhaus, wenn sie weniger infektiös seien. Beides trage dazu bei, dass bekannte Covid-19-Patienten im Krankenhaus selten andere Patienten oder Mitarbeiter ansteckten.

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Gastmeier nannte noch weitere Risikofaktoren. Patienten, die auf ihr Testergebnis warten und aus Platzmangel in Kliniken in Mehrbettzimmern untergebracht werden, können sich gegenseitig anstecken. Aber auch einen Patienten nach dem Test wieder nach Hause zu schicken, damit er dort auf das Testergebnis wartet, sei problematisch. Er könne sich oder andere bei der An- und Abreise infizieren. Ein weiterer Punkt könnte sein, dass sich jemand in einer frühen Inkubationsphase testen lässt und der Test aus diesem Grund noch negativ ausfalle.

Es sei sehr selten, dass ein Arzt einen Patienten anstecke, betonte Gastmeier. Wichtig sei, dass die Maske gut sitze. Krankenhäuser sollten deshalb ihren Mitarbeitern verschiedene Typen von FFP2-Masken zur Verfügung stellen, damit jeder die Form heraussuchen kann, die am besten zu seinem Gesicht passe.

Quelle: ntv.de, jaz