Unterschied in pflanzlicher KostDiese Ernährung kann das Alzheimer-Risiko senken

Pflanzlich gilt oft als Synonym für gesund. Doch eine neue Studie zeigt: Das allein reicht nicht aus - es kommt auf die Qualität an. Hochwertige pflanzliche Kost geht demnach mit einem geringeren Risiko für Alzheimer einher. Während minderwertige pflanzliche Ernährung das Risiko sogar erhöhen kann.
"Plant-based" ist das neue Gesundheitsversprechen. Wer sich pflanzlich ernährt, tut seinem Gehirn aber nicht automatisch etwas Gutes. Entscheidend ist offenbar, was auf dem Teller landet. Eine neue Studie im Fachjournal "Neurology" legt nahe, dass eine hochwertige pflanzliche Ernährung mit einem geringeren Risiko für Alzheimer und andere Demenzformen verbunden ist - während eine minderwertige pflanzliche Ernährung das Risiko sogar eher erhöht.
Das Forschungsteam um Song-Yi Park von der University of Hawaii wertete Daten von 92.849 Erwachsenen mit einem durchschnittlichen Alter von 59 Jahren aus. Die Teilnehmer wurden im Schnitt elf Jahre lang beobachtet. In dieser Zeit entwickelten 21.478 Menschen Alzheimer oder eine andere Form von Demenz.
Die Forscher unterschieden dabei drei Ernährungsweisen: eine insgesamt pflanzenbetonte Kost, eine gesunde pflanzliche Ernährung mit Vollkorn, Obst, Gemüse, pflanzlichen Ölen, Nüssen, Hülsenfrüchten, Tee und Kaffee sowie eine ungesunde pflanzliche Ernährung mit raffinierten Getreiden, Fruchtsäften, Kartoffeln und zugesetztem Zucker. Wichtig: Untersucht wurden keine strikt vegetarischen oder veganen Ernährungsformen, sondern Ernährungsmuster.
Hochwertige Kost senkt das Risiko
Das Ergebnis: Menschen, die sich insgesamt stärker pflanzlich ernährten, erkrankten seltener an Demenz. Am besten schnitten diejenigen ab, die vor allem gesunde pflanzliche Lebensmittel wie Gemüse, Vollkornprodukte oder Nüsse aßen. Ihr Demenz-Risiko war demnach 7 Prozent niedriger. Wer dagegen vor allem ungesunde pflanzliche Lebensmittel aß, hatte ein um 6 Prozent höheres Risiko.
"Pflanzliche Ernährungsweisen haben sich bereits als vorteilhaft erwiesen, um das Risiko für Krankheiten wie Diabetes und Bluthochdruck zu senken. Über das Risiko für Alzheimer und andere Demenzen war aber weniger bekannt", sagt Studienautorin Park laut Mitteilung. "Unsere Studie zeigt, dass vor allem die Qualität einer pflanzlichen Ernährung entscheidend ist: Eine hochwertigere Kost war mit einem geringeren Risiko verbunden, eine minderwertige mit einem höheren."
Besonders interessant ist ein zweiter Teil der Untersuchung. Für 45.065 Teilnehmer lagen auch nach zehn Jahren noch einmal Ernährungsangaben vor. In dieser Gruppe zeigte sich: Wer seine Ernährung im Laufe der Zeit deutlich stärker in Richtung einer ungesunden pflanzlichen Kost verschob, hatte ein 25 Prozent höheres Demenzrisiko. Wer sich von solchen Mustern wegbewegte, hatte ein 11 Prozent niedrigeres Risiko.
"Wir haben festgestellt, dass die Umstellung auf eine pflanzliche Ernährung - selbst wenn sie erst im höheren Alter beginnt - und der Verzicht auf minderwertige pflanzliche Ernährungsweisen mit einem geringeren Risiko für Alzheimer und andere Demenzen verbunden waren", so Park. Es komme dabei nicht nur darauf an, pflanzlich zu essen, sondern auch darauf, dass diese Ernährung von hoher Qualität sei.