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Kommerzielle Flüge ins All Raumstation bekommt Touristen-Dock

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Kabelarbeiten im Raumanzug: Nick Hague und Andrew Morgan schrauben am neuen ISS-Anleger.

(Foto: dpa)

Moderne Zeiten in der Raumfahrt: An der internationalen Raumstation sollen künftig auch private Anbieter andocken können. Mit einem stundenlangen Außenbordeinsatz machen zwei US-Astronauten die ISS fit für die Ära der Space-Touristik.

Die Internationale Raumstation ISS kann künftig Besucher an Bord privater Raumtransporter empfangen. Zwei US-Astronauten installierten bei einem mehr als sechsstündigen Außeneinsatz einen weiteren Adapter zum Ankoppeln solcher Flüge. Live-Bilder der US-Raumfahrtbehörde Nasa zeigten, wie die Raumfahrer Andrew Morgan und Nick Hague nach sechs Stunden und 32 Minuten im All wieder in die Raumstation in mehr als 400 Kilometer Höhe über der Erde zurückkehrten.

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An dem neuen Verbindungsmodul der ISS sollen den Angaben der Nasa zufolge künftig Raumschiffe vom Typ "Starliner" des US-Luftfahrtunternehmens Boeing sowie die Raumkapseln der Firma SpaceX andocken. Der Landungssteg war erst vor wenigen Wochen zum Außenposten der Menschheit gebracht worden. Bei dem Einsatz an der Außenhülle der Station verbanden Astronauten den Adapter, der einem großen Ring ähnelt, mit Strom- und Datenkabeln und brachten eine Kamera an.

Boeing und SpaceX im Geschäft

Die ISS gilt als "komplexeste Maschine" der Menschheit. Mit der neuen Andock-Schleuse will die Nasa die ISS für das kommerzielle Geschäft öffnen. Die US-Raumfahrtbehörde hatte zuletzt angekündigt, ab kommendem Jahr auch Weltraum-Touristen zu der Station reisen zu lassen.

"Dragon"-Raumfrachter des privaten Anbieters SpaceX sind bereits wiederholt zur ISS geflogen. Der erste Flug fand vor gut einem halben Jahr statt. Dagegen wurden Starts des "Starliners" immer wieder verschoben.

In Zukunft wollen die USA auch wieder selbst bemannte Flüge zu diesem prestigeträchtigen Außenposten schicken. In den vergangenen Jahren war die Nasa hier auf die russischen Sojus-Raumschiffe angewiesen, die Besatzungen zur ISS und zurück zur Erde flogen.

Auch die zum Betrieb der Station erforderlichen Versorgungsflüge wurden bis zuletzt größtenteils von Russland aus abgewickelt. 2011 hatten die Amerikaner die Flüge mit dem Space Shuttle eingestellt.

Seit mehr als 20 Jahren im Orbit

Die ISS könnte die Erde noch ein volles Jahrzehnt oder länger umkreisen. Der Exekutiv-Direktor für bemannte Flüge bei der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos, Sergej Krikaljow, hält es für möglich, dass die Raumstation noch weitere zehn Jahre arbeitet.

Vor dem Außeneinsatz sagte er der Agentur Tass zufolge: "Jetzt diskutieren die Partner die Möglichkeit einer Verlängerung der Betriebszeit bis 2028, möglicherweise langfristig bis 2030." Zunächst gab es Pläne für die gut 20 Jahre alte ISS für einen Betrieb bis zum Jahr 2024.

Quelle: n-tv.de, mmo/dpa

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