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Seltenes Phänomen in Hitzeregion Schnee bedeckt Dünen der Sahara

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Normalerweise erstrahlt die Sahara in leuchtendem Rot. Momentan sind die charakteristischen Sanddünen allerdings von einer weißen Schneeschicht überzogen. Schuld daran ist der derzeitige Sonnenschein über Europa.

Schnee im Winter ist nichts Ungewöhnliches. Schnee in der Sahara hat allerdings hohen Seltenheitswert. Aktuell sind die roten Dünen der größten Trockenwüste mit einer zentimeterdicken Schneedecke bedeckt. Es ist erst das vierte Mal in 37 Jahren, dass die Sahara in weiß gehüllt ist, meldet der Sender Euronews.

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In der algerischen Stadt Ain Séfra sind der Nachrichtenwebsite "TSA Algerie" zufolge in der Nacht zu Sonntag 40 Zentimeter Schnee gefallen. Am Abend begannen die ersten Schneemassen allerdings wieder zu schmelzen. Normalweise herrschen in der algerischen Stadt laut dem Deutschen Wetterdienst im Januar durchschnittlich 6 Grad, im Juli sogar 28 Grad.

Verantwortlich für die aktuelle Wetterlage ist das aktuelle Hochdruckgebiet über Europa, das eine selten auftretende Kaltwetterfront mit eisigen Temperaturen in Nordafrika, Spanien und Portugal verursacht. Es drückt kalte feuchte Luft über dem Atlasgebirge zusammen, in dem Ain Séfra liegt. Das Wetterphänomen ist auch eine Folge der Verschiebung von Luftfronten durch den plötzlichen Wintereinbruch im Osten der USA gab - der unter anderem die Niagarafälle gefrieren ließ - und der extremen Hitze in Australien mit Temperaturen von mehr als 45 Grad.

In den vergangenen beiden Jahren waren die Sahara-Dünen ebenfalls mit Schnee bedeckt, ebenso im Jahr 1979. Laut n-tv Meteorologe Björn Alexander kommt Schnee in der Wüste etwa alle zehn bis zwanzig Jahre vor. Ob die derzeitige Häufung im Zusammenhang mit dem Klimawandel steht, ist bisher noch nicht ausreichend erforscht worden.

2017 verursachte der plötzliche Kälteeinbruch am "Tor zu Wüste" - wie Ain Séfra genannt wird - ein Verkehrschaos, da viele Straßen mit Eis und Schnee bedeckt waren. Die algerische Stadt liegt etwa 1000 Meter über dem Meeresspiegel und ist laut einer Zählung von 1998 von rund 35.000 Menschen bewohnt.

Quelle: n-tv.de, lsc

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