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Gefahr durch Mond-Tourismus Sind Neil Armstrongs Fußabdrücke sicher?

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Spuren der Menschheit: Der Fußabdruck von Edwin "Buzz" Aldrin auf dem Mond.

(Foto: Nasa)

Die Landestelle der Apollo-11-Mission auf dem Mond ist eine historische Stätte von unschätzbarem Wert. Für künftige Mond-Touristen wären sie ein attraktives Ausflugsziel. Doch kann dieses einmalige Kulturerbe geschützt werden? Das ist gar nicht so einfach.

Fast genau 50 Jahre ist die erste Mondlandung her. Die Stelle auf dem Mond, an der am 20. Juli 1969 Apollo 11 zum ersten Mal landete, ist eine historische Stätte von unschätzbarem Wert. Schließlich bezeugt sie die ersten Schritte von Menschen auf einem anderen Himmelskörper - anhand der Fußspuren von Neil Armstrong und Edwin "Buzz" Aldrin. Dazu kommen mehr als 100 Hinterlassenschaften der beiden US-Astronauten - neben einer US-Flagge und der unteren Stufe des Landemoduls sind das auch Experimente und einige Beutel mit Fäkalien.

Diese liegen seit einem halben Jahrhundert auf der Mondfläche. Von ein paar leichten Erschütterungen durch Mondbeben mal abgesehen, weitestgehend unbehelligt. Und seit dem Jahr 1972 kam auch kein Mensch nur in die Nähe dieser Mare Tranquillitatis genannten Mondregion.

Doch das könnte sich bald ändern. Der Mond ist wieder zum Ziel von Staaten und jetzt auch Unternehmen geworden. Neben Planspielen zur Erforschung gibt es auch Konzepte für einen zukünftigen Mondtourismus. Und was wäre eine größere Attraktion als die historische Landestelle von Apollo 11?Doch sollten sich Menschen in Zukunft den Überresten von Apollo 11 nähern, drohen sie wertvolle historische Zeugnisse zu zerstören. Etwa, indem sie einfach die Fußspuren zertrampeln. Das wiederum wird die Frage auf: Muss die Landestelle von Apollo 11 geschützt werden - praktisch als Mondkulturerbe?

"Keine Regel, sie zu bewahren"

"Gibt es irgendetwas, was jemand davon abhalten könnte, über die Fußspuren von Neil Armstrong zu fahren? Nein", sagte Steve Mirmina, Spezialist für Weltraumrecht an der Universität Georgetown, gegenüber der "New York Times". "Es gibt keine Regel, kein US-Gesetz oder internationale Vereinbarung, um sie zu bewahren." Jeder könnte sich also in die Landeregion von Apollo 11 begeben und dort alles verändern, wie es ihm beliebt. Allerdings seien nicht einmal Menschen vor Ort nötig, um die kostbaren Fußspuren zu bewahren, warnt Mirmina. "Schicken Sie einen Roboter. Nutzen Sie einfach ein paar Steuerhebel von der Erde aus und fahren Sie über sie drüber."

Zwar gibt es Bemühungen, die Landestelle zu schützen, etwa von der Organisation "For All Moonkind". Allerdings stellen internationale Vereinbarungen Hürden da. Wie etwa der Weltraumvertrag aus dem Jahr 1967, dem bis heute mehr als 100 Staaten beigetreten sind. Kern dieser Vereinbarung ist, dass der Weltraum oder Teile von Himmelskörpern wie dem Mond keinem einzelnen Staat gehören dürfen und alle unbegrenzten Zugang haben müssen - überall. Das allerdings macht es so schwierig, eine Art Schutzzone um die Apollo-11-Landestelle zu errichten.

Anders ist es hingegen mit den materiellen Überresten der Apollo-Mission oder auch der chinesischen Sonde Chang'e-4, die im Januar auf der Rückseite des Mondes gelandet ist. Denn Artikel VIII des Weltraumvertrags sagt ganz klar, dass das Eigentum an Gegenständen, die auf anderen Himmelskörpern liegen, nicht angetastet werden kann. Künftige Mond-Touristen sollten sich also davor hüten, die US-Flagge einer Apollo-Landestelle als Souvenir mit nach Hause zu nehmen.

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Quelle: n-tv.de, kst

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