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Freude, Angst, Wut und TrauerStudie zeigt, wie gut Hunde Gesichtsausdrücke erkennen

10.08.2026, 17:00 Uhr
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Vier der Hunde, die an der Studie teilnahmen: Morante, Kunkun, Odin und Molly (v.l.). Die Forscher untersuchten ihre Gehirne, um herauszufinden, wie Hunde menschliche Gefühlsäußerungen verarbeiten. (Foto: Laura V. Cuaya/dpa)

Hunde können menschliche Emotionen erstaunlich gut deuten, auch auf Fotos, wie eine Studie aus Österreich zeigt. Sie unterscheiden sogar zwischen Wut, Angst und Trauer in Gesichtern. Ein fröhlicher Ausdruck hat für Hunde aber eine ganz besondere Bedeutung.

Hundefreunde mögen es ohnehin geahnt haben: Hunde können viele Emotionen des Menschen gut erkennen. Nun zeigt eine Studie aus Österreich, dass die Vierbeiner auf Fotos von Gesichtern nicht nur positive und negative Stimmungen unterscheiden können, sondern auch zwischen verschiedenen Emotionen wie Angst, Wut und Trauer. Dabei untersuchte das Team um Raúl Hernández-Pérez von der Universität Wien im Fachjournal "iScience" auch, welche Hirnareale dabei besonders aktiv sind.

"Menschen sind sehr gut darin, kleine Details im Gesicht wahrzunehmen, und Hunde sind es auch", wird Erstautor Hernández-Pérez in einer Mitteilung des Verlags zitiert. Zunächst zeigte das Team acht Hunden Bilder von unbekannten Menschen, die entweder einen glücklichen oder aber einen neutralen Ausdruck hatten. Dabei prüften sie per funktioneller Magnetresonanztomographie (fMRT) die Hirnaktivität der Tiere.

Dabei aktivierten Bilder von glücklichen Menschen vor allem die rechte Gehirnhälfte und hier vor allem ein Netzwerk um den Temporallappen. Dazu zählte interessanterweise das Hirnareal Nucleus caudatus, das zum Belohnungssystem zählt. "Die Aktivität im Nucleus caudatus ist besonders interessant", sagt Co-Autorin Laura Cuaya. "Sie deutet darauf hin, dass glückliche menschliche Gesichter für Hunde eine emotionale Bedeutung haben könnten."

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Ausgebildete Haushunde blieben während der fMRT-Untersuchungen wach, während die Forscher ihre Gehirnaktivität maßen. (Foto: Laura V. Cuaya/dpa)

Belohnungssystem wurde nur von glücklichen Gesichtern aktiviert

In einer zweiten Versuchsreihe zeigte das Team dann zwölf Hunden Bilder von Menschen auch mit anderen Emotionen. Neben Freude waren dies Trauer, Wut und Angst. Die Gehirne der Tiere reagierten sehr ähnlich auf die jeweiligen verschiedenen Emotionen von Menschen, das Belohnungssystem wurde jedoch nur von glücklich aussehenden Gesichtern aktiviert.

"Unsere Resultate deuten darauf hin, dass das Hundegehirn zwischen positiven und negativen menschlichen Gesichtsausdrücken unterscheiden kann, und zwischen manchen negativen Gesichtsausdrücken", schreibt die Gruppe. Dies sei aber der erste Beleg dafür, dass Hunde zwischen zwei menschlichen Gesichtsausdrücken mit negativen Emotionen unterscheiden könnten. Von welchen Gesichtsarealen genau die Einschätzung der Hunde abhing, zeigte die Analyse allerdings nicht.

In Studie vor allem Border Collies getestet

Die Resultate bedeuteten nicht, dass Hunde Emotionen auf ähnliche Weise einschätzten, wie Menschen dies täten, mahnt das Team. Hinzu komme: In einer natürlichen Umgebung registrierten die Tiere weitere Hinweise auf die Stimmung eines Menschen, darunter Körpersprache, Gerüche oder Nuancen in der Stimme.

Zudem schränkt das Team ein, es sei unklar, wie weit man die Resultate auf Hunde generell verallgemeinern könne. In der Studie wurden vor allem Border Collies getestet, aber auch Golden Retriever sowie ein Labrador und ein Mischling. Zudem kamen die Hunde in der Studie alle von Familien. Straßenhunde würden die menschliche Mimik möglicherweise anders interpretieren.

"Wenn wir Menschen mit Primaten vergleichen, betrachten wir Fähigkeiten, die möglicherweise von einem gemeinsamen Vorfahren stammen", erläutert Cuaya. Bei Hunden sei das etwas anderes. "Sie sind einen ganz anderen evolutionären Weg gegangen, haben aber durch die Domestizierung die sozialen Fähigkeiten entwickelt, die nötig sind, um uns Menschen zu verstehen und mit uns zusammenzuarbeiten."

Quelle: ntv.de, Walter Willems, dpa

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