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Falsche Zeit wegen Stromstreit Synchronuhren gehen bald wieder richtig

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Bis zu sechs Minuten gehen einfache Uhren in 25 europäischen Ländern momentan nach.

imago/Karlheinz Pawlik

Ein politischer Streit zwischen dem Kosovo und Serbien hat auch für deutsche Haushalte Konsequenzen: Uhren an Herden oder Mikrowellen gehen derzeit bis zu sechs Minuten nach. Grund ist eine Unterversorgung im Stromnetz, die jedoch bald ausgeglichen sein soll.

Radiowecker sowie Mikrowellen- und Backofen-Uhren in Europa dürften schon bald wieder die richtige Zeit anzeigen. Wie der serbische Netzbetreiber Elektromreza Srbije (EMS) mitteilte, halte das Kosovo die vereinbarten Standards seit dem 3. März wieder ein.

Ein politischer Streit zwischen dem Kosovo und Serbien hatte wochenlang zu einer Unterversorgung im Stromnetz geführt - und folglich dazu, dass einfache Uhren etwa in Herden oder Mikrowellen bis zu sechs Minuten nachgehen. Auf internationalen Druck gleiche der Netzbetreiber des Kosowo, KOSTT, nun auftretende Schwankungen vereinbarungsgemäß wieder aus, schrieb EMS.

Seit Mitte Januar habe der Netzbetreiber KOSTT sich nicht mehr an die gemeinsamen Standards für die europäischen Übertragungsnetze gehalten, heißt es. Damit wird sichergestellt, dass die Frequenz konstant auf 50 Hertz gehalten wird. Einfache Synchronuhren nutzen diese Frequenz als Taktgeber - bei großen Schwankungen gehen sie vor oder nach. Betroffen sind insgesamt 25 Länder in Europa, darunter auch Deutschland.

Töpfer soll vermitteln

Von der internationalen Energiegemeinschaft Energy Community in Wien, der neben den Balkan-Staaten auch die EU-Kommission angehört, wurde derweil laut "Frankfurter Allgemeiner Zeitung" der frühere Bundesumweltminister Klaus Töpfer als Schlichter im Stromstreit berufen. Töpfer bestätigte gegenüber der Zeitung, dass er kommende Woche in beide Länder reisen werde. Demnach sind Gespräche mit der serbischen Ministerpräsidentin Ana Brnabić und mit dem kosovarischen Regierungschef Ramush Haradinaj geplant.

"Es geht darum, die Wogen zu glätten und auf die Bedeutung der Sache aufmerksam zu machen", so Töpfer in der "FAZ". Der Streit sei schließlich kein Randproblem, sondern habe Auswirkungen auf die Stromnetze in ganz Europa.

Quelle: n-tv.de, jgu/dpa

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