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Erster Fall in Schleswig-Holstein Vogelgrippe erfasst Geflügelhaltung

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Bisher sind Vogelgrippe-Fälle aus Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg bekannt.

(Foto: dpa)

Als erstes meldet Schleswig-Holstein vor wenigen Tagen neue Fälle der Vogelgrippe bei Wildvögeln, dann Baden-Württemberg. Nun befällt das Virus einen Mastbetrieb. Mehrere Bundesländer reagieren.

Die Vogelgrippe ist bei toten Puten einer Geflügelhaltung in Schleswig-Holstein festgestellt worden. Nach Angaben des Kieler Agrarministeriums sind in dem Betrieb im östlichen Landesteil 18 Tiere verendet. Weitere Informationen liegen bisher nicht vor. Bei ersten Tests wurden Viren des Typs H5 nachgewiesen, eine genauere Bestimmung der Variante stand zunächst aber noch aus.

"Das ist eine schlechte Nachricht, angesichts der hohen Aggressivität des Virus war eine solche Entwicklung aber zu erwarten", erklärte Landesumweltminister Robert Habeck in Kiel. Er habe dem Bundeslandwirtschaftsministerium die Lage geschildert, Bund und Bundesländer seien "in enger Abstimmung über die notwendigen Krisenmaßnahmen".

Wildvögel machten den Anfang

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Mitarbeiter des Veterinäramts nehmen Proben von toten Gänsen am Plöner See bei Dersau in Schleswig-Holstein.

(Foto: dpa)

Bisher war der gefährliche Geflügelpest-Erreger H5N8 nur bei Wildvögeln aufgetreten. In Schleswig-Holstein waren an Seen rund um die Plön mehr als hundert Wasservögel wie Enten und Möwen verendet. In Baden-Württemberg wiesen die Behörden das Virus am Bodensee nach.

Als Reaktion hatte das Kieler Umweltministerium am Dienstag einen Sperr- und Beobachtungsbezirk eingerichtet und eine landesweite Stallpflicht verhängt. Das baden-württembergische Landwirtschaftsministerium wies am Mittwoch ebenfalls zahlreiche Betriebe an, ihr Geflügel im Stall einzusperren. Inzwischen ordneten auch Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern vorsorglich eine allgemeine Stallpflicht an.

Gefahr abhängig vom Virusstamm

Infektionen mit H5N8 breiten sich derzeit anscheinend europaweit unter wildlebenden Wasservögeln aus, mutmaßlich in Verbindung mit dem verstärkten Vogelzug zu Beginn des Winters. Dem für Tiergesundheit zuständigen Friedrich-Löffler-Institut zufolge trat der Erreger auch in Österreich, der Schweiz, Ungarn und Polen auf. Viren dieser Untervariante hatten bereits 2014 in mehreren EU-Ländern gewütet.

Die Vogelgrippe ist eine große Gefahr für Geflügelbestände und kann zu hohen wirtschaftlichen Schäden führen. Bestimmte Stämme sind auch für den Menschen gefährlich. Dazu zählt vor allem der gefürchtete Subtyp H5N1, dem schon mehr als 400 Menschen erlagen, aber auch der Typ H7N9. H5N8 gehört nach dem bisherigen Kenntnisstand nicht dazu.

Quelle: n-tv.de, chr/dpa/AFP

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