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Womöglich Hinweise auf Leben Wasserdampf auf dem Mars entdeckt

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Mit Hope und Tianwen-1 haben sechs Länder eine Mission zum Mars geschafft.

(Foto: AP)

Britische Wissenschaftler kommen der Beantwortung der Frage, ob es einmal Leben auf dem Mars gab, einen Schritt näher. Wasservorkommen auf dem roten Planeten wurden zwar in der Vergangenheit schon nachgewiesen, aber noch nicht in der Atmosphäre.

In der Mars-Atmosphäre haben britische Wissenschaftler Wasserdampf und damit neue Hinweise darauf entdeckt, dass auf dem Roten Planeten früher womöglich Leben existierte. Die heutigen Wasservorkommen auf dem Mars sind weitgehend in den Eiskappen des Planeten oder unterhalb der Oberfläche eingeschlossen. Bei der Analyse des Lichts, das durch die dünne Mars-Atmosphäre dringt, fanden Wissenschaftler der britischen Open University allerdings Spuren von Wasserstoff, wie sie im Fachblatt "Science Advances" darlegten.

Der Nachweis gelang dank eines Messinstruments namens Nomad der Mission ExoMars Trace Gas Orbiter von der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) und der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos. "Dieses fantastische Instrument gibt uns eine nie dagewesene Sicht auf Wasser-Isotope in der Mars-Atmosphäre", schrieb der Astronom Manish Patel.

Lebensspuren auf dem Mars

Die Messung der Wasser-Isotope ist dem Studien-Autor zufolge ein wesentlicher Faktor bei der Erforschung der Frage, "wie der Mars im Laufe der Zeit sein Wasser verloren und entsprechend, wie die Bewohnbarkeit des Mars sich im Laufe der Geschichte verändert hat". Täler und offenbar ausgetrocknete Flussbetten weisen darauf hin, dass auf der Mars-Oberfläche früher Wasser floss. Das Vorhandensein von Wasser ist eine entscheidende Voraussetzung für die Entwicklung von Leben.

Sue Horne von der britischen Raumfahrtbehörde erklärte, der Nachweis von Wasser in der Mars-Atmosphäre sei ein "Schlüsselelement bei unserem aktuellen Versuch, die Mysterien des Roten Planeten zu durchdringen". Es könne bei der Beantwortung der Frage helfen, ob es einmal Leben auf dem Mars gab.

Ein multinationales Projekt

Der Mars ist diese Woche wieder verstärkt in den Blickpunkt geraten. Am Dienstag erreichte die Raumsonde der Vereinigten Arabischen Emirate eine Umlaufbahn des Roten Planeten. Gut ein halbes Jahr nach dem Start habe die Sonde "Al-Amal" oder "Hope" die Umlaufbahn erreicht, sagte der Projektmanager der Mission, Omran Scharaf. Es ist das erste Mal, dass eine Mars-Mission eines arabischen Staates dem Planeten so nah kommt.

Am Mittwoch gelang dies auch der chinesischen Sonde Tianwen-1. Die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua meldete das erfolgreiche Manöver. Im Mai soll Tianwen-1 dann einen Rover landen lassen, der den Mars rund drei Monate lang erforschen soll. Vorige Woche hatte die chinesische Weltraumagentur CNSA das erste Bild veröffentlicht, das die Sonde vom Mars gemacht hatte.

Tianwen bedeutet "Fragen an den Himmel". Die Sonde war am 23. Juli von der südchinesischen Insel Hainan in den Weltraum gestartet. Die Mission ist nicht Chinas erster Versuch, den Mars zu erreichen. Ein erster Anlauf 2011 gemeinsam mit Russland wurde nach einem fehlgeschlagenen Start abgebrochen.

Mit Hope und Tianwen-1 haben die Emirate und China es in einen exklusiven Club geschafft: Bisher waren nur der Sowjetunion, den USA, der Europäischen Weltraumagentur (ESA) und Indien Missionen zum Mars gelungen.

Quelle: ntv.de, cls/AFP

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