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Objekt aus anderem Sonnensystem Woher kommt Oumuamua?

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Computergrafik des Asteroiden 1I/2017 U1 "Oumuamua" mit seiner ungewöhnlichen Form.

(Foto: M. Kornmesser/European Southern Observatory/dpa)

Ein ungewöhnliches Objekt zieht die Aufmerksamkeit von Weltraumforschern auf sich. Bei der Frage nach der Herkunft von Oumuamua gehen die Experten 6,3 Millionen Jahre zurück.

Forscher haben vier mögliche Heimatsterne des ersten nachgewiesenen Besuchers aus einem anderen Sonnensystem gefunden: Sie verfolgten dazu die Flugbahn von Oumuamua zurück - so der Name des Objekts, das vor rund einem Jahr entdeckt wurde. Möglich wurden die neuen Berechnungen unter anderem durch eine Entdeckung vor rund drei Monaten, teilte das Max-Planck-Institut für Astronomie in Heidelberg mit.

Damals fanden Wissenschaftler heraus, dass aus dem zigarrenförmigen Objekt zeitweise Gase entweichen, deren Effekt mit einem sehr schwachen Raketenantrieb vergleichbar seien. Dies half ihnen entscheidend bei der Berechnung der Flugbahn von Oumuamua, wie die Forscher im Fachmagazin "Astrophysical Journal" berichten.

Auswertung riesiger Datensätze

Das Team unter der Leitung von Coryn Bailer-Jones hatte zudem Datensätze mit Angaben zu rund 1,3 Milliarden Sternen ausgewertet. Diese waren innerhalb der Gaia-Mission der Europäischen Weltraumorganisation Esa erhoben worden. Unter anderem berechneten die Forscher, inwiefern die Anziehungskräfte anderer Sterne die Flugbahn des interstellaren Objekts voraussichtlich beeinflusst haben. Das Forscher-Team verfolgte die Flugbahn von Oumuamua bis zu 6,3 Millionen Jahre zurück.

Abgeschlossen ist die Suche jedoch noch nicht: 2021 sollen ausführlichere Datensätze zu weiteren mehreren Millionen Sternen veröffentlicht werden, die genauere Rückschlüsse auf die Herkunft des mehrere Hundert Meter langen interstellaren Besucher zulassen könnten.

Astronomen hatten Oumuamua im Oktober 2017 entdeckt - just als er dabei war, unser Sonnensystem wieder zu verlassen. Sie hatten gerade noch Zeit, die Bewegungen des Objekts mit Teleskopen zu vermessen.

Quelle: n-tv.de, jaz/dpa

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