Wissen

112.000 Infektionen gemeldet Zahl der Masern-Fälle steigt weltweit rasant

117780102.jpg

Masern-Erkrankungen sind weltweit - wie hier auf den Philippinen - auf dem Vormarsch.

(Foto: picture alliance/dpa)

Masern sind hochansteckend und mitunter lebensgefährlich. 2017 starben nach Schätzungen 110.000 Menschen an der Viruserkrankung. Eigentlich gibt es einen Impfstoff, doch in vielen Regionen der Welt fehlt den Menschen der Zugang. Die Zahl der Infektionen nimmt permanent zu.

Die Zahl der Masern-Fälle ist weltweit drastisch gestiegen. Sie nahm im ersten Quartal 2019 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 300 Prozent zu, wie die Weltgesundheitsorganisation WHO in Genf mitteilte. Es seien mehr als 112.000 Infektionen in 170 Ländern gemeldet worden. Ein Jahr zuvor seien es gut 28.000 Fälle in 163 Ländern gewesen.

Es handele sich um vorläufige und unvollständige Daten, aber es sei "eine eindeutige Entwicklung erkennbar", erklärte die WHO. Die hochansteckende und mitunter lebensgefährliche Krankheit ist wieder auf dem Vormarsch. Schon im vergangenen Jahr hatte sich die Zahl der Fälle nach vorläufigen WHO-Zahlen verdoppelt. Eine WHO-Expertin schätzte die tatsächliche Gesamtzahl für 2018 auf mehr als zwei Millionen.

In armen Weltgegenden haben viele Menschen keinen Zugang zur Masern-Impfung, wie die WHO beklagt. In den reichen Ländern geht hingegen die Ausbreitung der Masern vornehmlich auf eine zunehmende Skepsis zurück. Schon im vergangenen Jahr hatte sich die Zahl der Fälle nach vorläufigen WHO-Zahlen verdoppelt. 2017 starben nach Schätzungen 110.000 Menschen daran.

Betroffen sind meist kleine Kinder, derzeit unter anderem in Madagaskar, auf den Philippinen, im Kongo und in der Ukraine. Überlebende können Hirnschäden davontragen oder blind und taub werden. Die Ansteckung könne laut WHO durch zweimaliges Impfen verhindert werden, aber nur 85 Prozent der Menschen weltweit erhielten die erste und 67 Prozent die zweite Impfung. In Deutschland war der Trend im vergangenen Jahr rückläufig: Nach knapp 930 Masern-Fällen 2017 wurden nach Angaben des Robert- Koch-Instituts im Jahr 2018 etwa 540 Fälle gemeldet. In diesem Jahr könnte es wieder hohe Fallzahlen geben, die meisten Fälle wurden bisher aus Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Niedersachsen und Bayern gemeldet.

Quelle: n-tv.de, fzö/AFP/dpa

Mehr zum Thema