Panorama

Arbeitsunfähig durch Strahlung: Frankreich hilft bei Elektrosensibilität

Quälende Sendemasten, schmerzverursachende W-Lan-Router - manche meinen, elektromagnetische Strahlung mache krank. Ganz so weit will sich ein französisches Gericht nicht aus dem Fenster lehnen, doch es macht einer Frau mit Elektrosensibilität ein Zugeständnis.

Ein französisches Gericht hat erstmals einer Frau, die nach eigener Aussage unter elektromagnetischer Strahlung leidet, staatliche Hilfe wegen Behinderung zugesprochen. Die Klägerin Marine Richard sprach daraufhin von einem "Durchbruch" für Menschen, die unter Elektrosensibilität litten. Ihre Anwältin Alice Terrasse sagte, das Urteil könne ein Präzedenzfall für "tausende Menschen" sein.

Kopfschmerzen, Übelkeit, Müdigkeit und Herzrasen sollen Symptome von Elektrosensibilität sein.
Kopfschmerzen, Übelkeit, Müdigkeit und Herzrasen sollen Symptome von Elektrosensibilität sein.(Foto: picture alliance / dpa)

Die 39-jährige frühere Radiojournalistin Richard lebt seit Jahren zurückgezogen in den Bergen im Südwesten Frankreichs in einer Scheune ohne Elektrizität.

Das Urteil, das bereits im Juli in Toulouse fiel, aber erst jetzt bekannt wurde, sprach Richard 800 Euro pro Monat für zunächst drei Jahre zu. Das Gericht erkannte an, dass Richard nicht arbeiten kann, wertete Elektrosensibilität aber nicht ausdrücklich als Krankheit.

Von Elektrosensibilität Betroffene berichten, sie litten in der Nähe elektrischer Geräte wie Handys, Router und Fernseher Symptome wie Kopfschmerzen, Übelkeit, Müdigkeit und Herzrasen. Laut der Weltgesundheitsorganisation ist ein Zusammenhang zwischen den Symptomen und elektromagnetischer Strahlung aber nicht wissenschaftlich bewiesen.

Quelle: n-tv.de

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