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(Foto: picture alliance / Theo Titz/dpa)

Unfall in Mönchengladbach: Fußgänger stirbt bei illegalem Autorennen

Ein 38-jähriger Mann will gerade die Straße überqueren, als er von einem schwarzen Seat überfahren wird. Er stirbt. Der Fahrer des Unfallautos soll sich kurz zuvor ein illegales Autorennen geliefert haben. Sein Kontrahent flüchtet, anstatt zu helfen.

Ein 38-jähriger Fußgänger ist bei einem illegalen Autorennen in Mönchengladbach getötet worden. Zwei Wagen seien am späten Freitagabend auf einer vierspurigen Straße durch die Innenstadt gerast, teilte die Polizei mit. Der 28-jährige Fahrer eines schwarzen Seat verlor bei dem Rennen die Kontrolle über sein Fahrzeug, geriet auf die Gegenfahrbahn und erfasste einen Fußgänger, der gerade über die Straße laufen wollte.

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Der 38-jährige Mann aus Mönchengladbach starb kurz darauf. Der Fahrer des zweiten Autos, einem silbernen Seat, raste den Polizeiangaben zufolge davon. Am Unfallort sei die Geschwindigkeit auf 40 Stundenkilometer beschränkt, hieß es. Die Autos seien aber wesentlich schneller unterwegs gewesen und hätten sich riskante Überholmanöver geliefert. Mit dem 28-Jährigen saß noch dessen Bruder im Auto.

In der Vergangenheit hat es in Deutschland immer wieder schwere Unfälle durch illegale Autorennen gegeben. Besonderes Aufsehen erregte der Fall zweier Raser in Berlin, die ein Berliner Gericht Ende Februar wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilte. Auch in Hagen müssen sich zurzeit zwei Angeklagte wegen eines mutmaßlichen Autorennens vor dem Landgericht verantworten.

Kölner Fall beschäftigt den BGH

Zuletzt hatte der Fall einer getöteten jungen Radfahrerin bei einem verbotenen Autorennen in Köln für Schlagzeilen gesorgt, weil das Landgericht Köln die beiden Raser - zum Unfallzeitpunkt waren sie 20 und 21 Jahre alt - lediglich auf Bewährung verurteilt hatte. Sowohl die Staatsanwaltschaft als auch die Politik forderten daraufhin härtere Strafen bei solchen Delikten.

Der Kölner Fall beschäftigt derzeit auch den Bundesgerichtshof (BGH), nachdem Bundesanwältin Annette Böringer einen Revisionsantrag gestellt hatte. Sie will erreichen, dass die obersten Strafrichter die Urteile teilweise aufheben und zur Neuentscheidung über das Strafmaß an eine andere Kammer zurückverweisen. Das Urteil soll am 22. Juni verkündet werden.

Quelle: n-tv.de

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