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Die Klage der jungen Muslimin hatte zur Folge, dass es nun neue Regeln für den Umgang mit Kopftuchträgerinnen in Polizeigewahrsam gibt.
Die Klage der jungen Muslimin hatte zur Folge, dass es nun neue Regeln für den Umgang mit Kopftuchträgerinnen in Polizeigewahrsam gibt.(Foto: Council on American-Islamic Relations)
Freitag, 11. August 2017

85.000 Dollar Entschädigung: US-Polizist riss Muslimin Kopftuch herunter

Bei einer Verkehrskontrolle in Long Beach fordern Polizisten eine Muslimin auf, ihr Kopftuch abzunehmen. Sie bittet darum, dies nur im Beisein einer weiblichen Beamtin tun zu dürfen - ohne Erfolg. Auf der Wache eskaliert die Situation. Schließlich kommt der Fall vor Gericht.

Weil Polizisten ihr nach einer Festnahme gewaltsam das Kopftuch abgenommen hatten, erhält eine Muslimin in den USA 85.000 Dollar - umgerechnet rund 72.000 Euro - Entschädigung. Die Frau, eine Afroamerikanerin muslimischen Glaubens, habe im vergangenen Jahr Klage eingereicht und sich nun mit der kalifornischen Stadt Long Beach gütlich geeinigt, teilte der Rat für Amerikanisch-Islamische Beziehungen (Cair) mit.

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Die gläubige Muslimin war gemeinsam mit ihrem Mann im Mai 2015 auf dem Long Beach Boulevard bei einer Verkehrskontrolle festgenommen worden - offenbar, weil das Paar einen tiefergelegten Wagen fuhr. Während der Festnahme forderten Polizeibeamte sie auf, ihr Kopftuch abzulegen. Ihre Bitte, dass sie von einer Polizistin durchsucht werde, lehnten die Beamten ab. Im Gewahrsam rissen sie ihr schließlich selbst das Tuch herunter.

Neben den männlichen Polizisten seien Dutzende andere Gefangene anwesend gewesen, erklärte der Rat. Für die Frau sei dies eine "zutiefst traumatisierende Erfahrung" gewesen. "Es gibt keine Rechtfertigung dafür, jemandem seine religiöse Kopfbedeckung abzunehmen", sagte die Anwältin der Frau. Auch nach der Durchsuchung sei ihr das Kopftuch nicht zurückgegeben worden. "Sie musste die Nacht in der Zelle verbringen", hieß es in der Anklage, "und fühlte sich gegenüber jedem, der daran vorbeilief, nackt."

Neue Regeln für Polizeibeamte

Männliche Polizisten und Mithäftlinge hätten nach ihrem religiösen Verständnis Teile ihres Körpers gesehen, "die sie nicht hätten sehen sollen". Die Frau reichte Klage ein. Laut Cair stimmte die Stadt Long Beach schließlich einem außergerichtlichen Vergleich zu. Ab sofort gelten zudem in Long Beach und anderen Gemeinden der Region neue Regeln für das Tragen des Kopftuchs in Polizeigewahrsam.

Künftig sollen Polizistinnen einer Frau das Kopftuch abnehmen dürfen, "wenn dies für die Sicherheit des Beamten notwendig ist", zitierte die "Los Angeles Times" die Staatsanwaltschaft von Long Beach. Dabei dürfen keine männlichen Polizisten oder männliche Mithäftlinge anwesend sein.

Quelle: n-tv.de

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