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Apple fürchtet einen gefährlichen Präzedenzfall, sollte die UR-Regierung mit ihrer Klage erfolgreich sein.
Apple fürchtet einen gefährlichen Präzedenzfall, sollte die UR-Regierung mit ihrer Klage erfolgreich sein.(Foto: picture alliance / dpa)

Streit um iPhone-Entschlüsselung: Apple bietet US-Justiz Kompromiss an

Im Machtkampf mit dem FBI zeigt Apple Gesprächsbereitschaft. Mit einem Kompromissvorschlag will der iPhone-Hersteller die US-Regierung dazu bewegen, ihre Klage gegen das Unternehmen zurückzuziehen. Im Grundsatz bleibt Apple aber hart.

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Im Streit um die Entschlüsselung eines iPhones mit dem FBI hat Apple einen Kompromissvorschlag unterbreitet. Wenn die US-Regierung ihre rechtlichen Schritte rückgängig macht, will sich das Unternehmen an einem Expertengremium für solche Entschlüsselungsfälle beteiligen. Auf seiner Website schrieb der Konzern, der Gerichtsweg würde einen Präzedenzfall schaffen, der die Befugnisse der Regierung ausweiten würde.

Apple-Chef Tim Cook wandte sich zudem in einer Mitteilung an die Angestellten des Unternehmens. Darin schrieb er, Apple sei nicht bereit, die Sicherheitsstandards seiner Handys und Software zurückzuschrauben, die nur dem Nutzer Zugriff erlaubten. "Dieser Fall geht weit über ein einzelnes Telefon oder eine einzelne Untersuchung hinaus", hob er hervor. "Die Datensicherheit hunderter Millionen gesetzestreuer Menschen steht auf dem Spiel."

Die Bundespolizei FBI fordert von dem iPhone-Hersteller, bei der Entschlüsselung des Handys des San-Bernardino-Attentäters Syed Farook zu helfen. Apple lehnt dies jedoch unter anderem mit der Begründung ab, dass der Staat "eine Hintertür für das iPhone" gefordert habe, um sich Zugang zu Daten verschaffen zu können. 

FBI selbst an der Misere schuld

Das US-Justizministerium erklärte dagegen, von Apple werde keine Hintertür für jedes iPhone verlangt. Das FBI hob hervor, es solle lediglich eine Möglichkeit geschaffen werden, im Fall von Ermittlungen rascher an ein Passwort heranzukommen. "Wir wollen nicht die Verschlüsselung von allen knacken oder einen Generalschlüssel einführen", erklärte FBI-Chef James Comey. Es gehe um "die Opfer und Gerechtigkeit". 

Bei dem Anschlag in San Bernardino Anfang Dezember hatte ein Ehepaar 14 Menschen erschossen, ehe es von der Polizei bei einem Schusswechsel getötet wurde. Den Ermittlern gelang es bisher nicht, die Sperre des iPhones von Syed Farook auszuhebeln. Der Fall führte in den USA zu einer neuen Debatte über Verschlüsselung und Sicherheit.

Apple warf den Ermittlern vor, sie hätten die Sperre des fraglichen Attentäter-Handys selbst verschuldet. Während das Handy beim FBI gewesen sei, sei das Apple-ID-Password geändert worden. Daraufhin habe das Telefon nicht mehr auf den iCloud-Dienst des Unternehmens zugreifen können, bei denen Dokumente, Fotos und andere Daten des Attentäters gespeichert sein könnten. 

Quelle: n-tv.de

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