Politik
(Foto: REUTERS)
Freitag, 22. September 2017

Mögliche russische Finanziers: Facebook legt politische Anzeigen offen

Russland steht unter Verdacht, die US-Wahl 2016 zugunsten Trumps beeinflusst zu haben. Facebook legt nun dem Kongress Werbeanzeigen vor, die mutmaßlich von Russland aus bezahlt wurden. Die Anzeigen enthielten mitunter Falschinformationen.

Das Onlinenetzwerk Facebook hat sich nach anfänglichem Zögern bereit erklärt, dem US-Kongress mutmaßlich russisch finanzierte Werbeanzeigen vorzulegen, mit denen offenbar die Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten beeinflusst werden sollte. Sein Unternehmen arbeite aktiv mit der US-Regierung zusammen, erklärte Facebook-Chef Mark Zuckerberg. Niemand dürfe "unsere Werkzeuge" benutzen, um die Demokratie zu untergraben.

Der US-Konzern werde zudem derartige politische Botschaften genauer prüfen und weltweit die Zusammenarbeit mit Wahlkommissionen vertiefen. Zuckerberg kündigte auch mehrere Maßnahmen an, mit denen politische Werbeanzeigen transparenter werden sollen. So solle künftig sichtbar sein, wer für eine Anzeige bezahlt habe.

Das Unternehmen habe "Tausende" gefälschte Accounts entdeckt und blockiert, die möglicherweise versuchten, Wahlen in vielen Ländern zu beeinflussen, zuletzt unter anderem in Frankreich. Zu Deutschland hieß es bisher, vor der Bundestagswahl sei keine derartige Aktivität festgestellt worden.

Falschinformationen in Werbung

Facebook hatte Anfang September erklärt, es habe bei einer internen Untersuchung 470 Konten ausgemacht, die zwischen Juni 2015 und Mai 2017 insgesamt fast 100.000 Dollar (rund 84.000 Euro) für Anzeigen ausgegeben hätten, mit denen unter anderem Falschinformationen verbreitet wurden. Mit dieser Summe wurden rund 3000 Anzeigen gekauft.

Die betroffenen Konten oder Seiten, die gegen die Facebook-Regeln verstoßen hätten, seien geschlossen worden, erklärte ein Sicherheitsexperte des Unternehmens, Alex Stamos. Gleich mehrere Ermittler gehen in den USA dem Verdacht nach, die Regierung in Moskau habe versucht, die Wahl zugunsten des Republikaners Donald Trump zu beeinflussen. Russland weist die Vorwürfe zurück.

Quelle: n-tv.de

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