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Evakuierung in Griechenland: Kälte bringt Flüchtlinge in Lebensgefahr

Die Kältewelle trifft die Asylsuchenden auf den griechischen Inseln besonders hart. Sie müssen in Zelten auf dem eiskalten Boden schlafen, eine Heizung oder warmes Wasser gibt es nicht. Nach drei Tagen Frieren läuft nun eine Hilfsaktion an.

Wegen des eisigen Winterwetters evakuieren die Vereinten Nationen besonders schutzbedürftige Flüchtlinge und Migranten von den griechischen Inseln auf das Festland. Das Flüchtlingshilfswerk UNHCR bringe Schwangere und kleine Kinder aus den kaum beheizten Lagern in Übergangswohnungen und Hotels, sagte Sprecher Roland Schönbauer dem Evangelischen Pressedienst.

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Außerdem wird Athen am Mittwoch ein Schiff der griechischen Kriegsmarine zur Unterbringung von Flüchtlingen auf der von einem schweren Wintersturm heimgesuchten Insel Lesbos schicken. Dies verlautete am Dienstagabend aus dem Büro des griechischen Regierungschefs Alexis Tsipras.

Vorangegangen waren Proteste humanitärer Organisationen und Kritik seitens der EU, Athen kümmere sich nicht ausreichend um die frierenden Menschen auf Lesbos. Auf die Kältewelle waren die griechischen Behörden offenbar nicht ausreichend vorbereitet. Tausende Migranten und Flüchtlinge müssen seit drei Tagen in Zelten ausharren. Auf Lesbos herrschen Temperaturen unter dem Gefrierpunkt. Zudem schneit es fast ununterbrochen.

Mehr als 15.000 Flüchtlinge frieren auf den Inseln

Mehr als 15.000 Flüchtlinge sitzen derzeit auf den griechischen Inseln fest. Der Sprecher des Flüchtlingshilfswerks UNHCR, Roland Schönbauer, sagte dem Evangelischen Pressedienst: "Die Lager auf Inseln wie Lesbos, Samos und Chios sind dreifach überbelegt." Es fehle an Toiletten, Duschen und Betten. Viele Flüchtlinge müssten auf dem eiskalten Boden schlafen. Temperaturen um den Gefrierpunkt, Schnee und scharfe Winde machten den Menschen schwer zu schaffen. Die Menschen müssen ohne heißes Wasser und ohne Heizung auskommen.

Der UNHCR-Sprecher sagte, die Menschen lebten in einem Schwebezustand. Sie warteten auf eine Registrierung, den weiteren Verlauf ihrer Asylverfahren oder die Weiterreise in andere europäische Länder. EU-Staaten hätten 2015 Griechenland die Aufnahme von mehr als 66.000 Asylsuchenden zugesagt. Bislang seien aber erst 7.800 Männer, Frauen und Kinder in andere EU-Staaten gebracht worden. Die meisten Betroffenen stammten aus den Konfliktländern Syrien, Afghanistan und Irak. "Die Umverteilung kommt nicht richtig in Gang", kritisierte Schönbauer.

Quelle: n-tv.de

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