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Beim Rosenmontagszug in Köln (Archivbild)
Beim Rosenmontagszug in Köln (Archivbild)(Foto: picture alliance / dpa)

Wie schützt man eine Million Narren?: Kölner Polizei rüstet sich für Karneval

Die bevorstehenden Karnevalstage stellen die Kölner Polizei und die Stadtverwaltung vor eine große Herausforderung. Die Polizei will "in nie gekannter Stärke auf den Straßen präsent" sein. Die Angriffe der Silvesternacht dürften sich auf keinen Fall wiederholen.

Nach den massenhaften Übergriffen auf Frauen in Köln in der Silvesternacht soll jetzt der Karneval dort so stark überwacht und gesichert werden wie noch nie. "Selbstverständlich müssen wir jetzt nach der klaren Zusage, dass so etwas nicht mehr vorkommen dürfe, all unsere Kräfte auf diese neue Herausforderung konzentrieren", sagte Stadtdirektor Guido Kahlen. Oberbürgermeisterin Henriette Reker hatte nach den Vorkommnissen in der Silvesternacht gesagt, so etwas dürfe es "nie wieder" geben.

Die Polizei hatte angekündigt, dass sie dieses Jahr "in nie gekannter Stärke auf den Straßen präsent" sein wird. Zudem will die Stadt die Video-Überwachung verstärken. Ein 100-prozentiger Schutz werde dennoch nicht möglich sein, sagte ein Sprecher. "Sie wissen, wie man sich das im Bild vorstellen muss", schildert ein Sprecher. "Gewaltige Menschenmassen, dicht gedrängt, zum großen Teil kostümiert, sprich maskiert. Da sind auch viele mit Spielzeugwaffen."

Seit 2008 bereitet sich die Kölner Polizei schon darauf vor, wie sie bei einem Terroranschlag auf den Rosenmontagszug reagieren müsste. In diesem Fall würde der Zug "kontrolliert beendet". Eine gewaltige Aufgabe, wenn man bedenkt, dass der größte deutsche Karnevalszug über 100 Prunkwagen umfasst und über sieben Kilometer lang ist. Zudem werden rund eine Million Menschen den Weg säumen. Anders als bisher sollen auch die Tage zwischen Weiberfastnacht und Karnevalssonntag sowie der Karnevalsdienstag hohe Priorität haben.

BKA-Präsident Holger Münch versucht ebenfalls, die Lage nicht zu dramatisieren. "Die Sicherheitslage ist aufgrund der terroristischen Bedrohung sehr angespannt und wird es über Jahre bleiben", sagte der Chef des Bundeskriminalamts der "Bild am Sonntag". Aktuell gebe es jedoch keinen Hinweis auf einen bevorstehenden Anschlag.

Quelle: n-tv.de

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