Wirtschaft
Der japanische Airbag-Hersteller wird offenbar in der kommenden Woche einen Insolvenzantrag stellen.
Der japanische Airbag-Hersteller wird offenbar in der kommenden Woche einen Insolvenzantrag stellen.(Foto: dpa)

Japanischer Airbag-Hersteller : Takata bereitet offenbar Insolvenz vor

Mehr als 100 Millionen Airbags müssen aufgrund eines gefährlichen Defekts ausgetauscht werden. Zudem ist eine Strafzahlung von einer Milliarde Euro fällig. Jetzt zieht das japanische Unternehmen Takata offenbar die Notbremse.

Der japanische Airbag-Hersteller Takata steht nach übereinstimmenden Medienberichten unmittelbar vor der Einreichung eines Insolvenzantrags. Der Antrag könne vom Unternehmen bereits in der kommenden Woche in den USA oder in Japan eingereicht werden. Der Grund sollen die Folgen des gewaltigen Rückrufdesasters sein.

Wie eine mit dem Vorgang vertraute Person erklärte, sollen mit dem Schritt die immer weiter zunehmenden Verpflichtungen durch fehlerhafte Airbags eingedämmt werden. Der US-Autoteileproduzent Key Safety Systems und der Beteiligungsfonds Bain Capital versuchen zurzeit zudem, mit Takata und seinen Kunden ein 1,6 Milliarden Euro schweres Rettungspaket zu schnüren.

Wegen der hohen Rückrufkosten schreibt Takata seit nunmehr drei Geschäftsjahren in Folge tiefrote Zahlen. Umgerechnet stand in dem Ende März zu Ende gegangenen Geschäftsjahr ein Minus von umgerechnet 640 Millionen Euro in den Büchern. Angesichts der gewaltigen Verbindlichkeiten in Höhe mehr als einer Billion Yen (rund 8,1 Milliarden Euro) wäre es die größte Pleite eines Produktionsunternehmens in der japanischen Nachkriegsgeschichte. Der Konzern war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Airbag für 16 Todesfälle verantwortlich

Mit dem lange erwarteten Schritt könnte der japanische Konzern einen Schlussstrich unter die Airbag-Krise ziehen. Das Unternehmen hatte Millionen schadhafter Airbags an verschiedene Automobilhersteller geliefert, bei denen die Gefahr einer Explosion während der Fahrt besteht. Bei langer Einwirkung von Hitze und Luftfeuchtigkeit kann der Airbag bei einem Unfall zu stark auslösen. Bei Unglücksfällen waren weltweit 16 Menschen ums Leben gekommen und 180 verletzt worden.

Mitte Januar 2017 hatte sich Takata mit den US-Justizbehörden auf eine Strafzahlung in Höhe von rund einer Milliarde Dollar geeinigt. Zudem gestand das Unternehmen kriminelle Vergehen ein und stellt sich drei Jahre lang unter die Aufsicht eines unabhängigen Prüfers. Allein in den USA sind rund 42 Millionen Fahrzeuge mit insgesamt rund 70 Millionen Takata-Airbags betroffen. Weltweit wurden mehr als 100 Millionen Airbags zurückgerufen.

Quelle: n-tv.de

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