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Mehr Sicherheit für Motorradfahrer Airbag versteckt sich in der Jacke

Bei Autos zählt der Airbag schon seit Jahren zum Standard, bei Motorrädern nicht. Jetzt gibt es aber Hilfe in Form einer neuen Jacke.

Motorradfahrer leben gefährlich. Ohne Knautschzone, Gurt oder Airbags prallen die Biker bei einem Unfall auf das Hindernis. Seit einigen Jahren experimentieren Bekleidungsfirmen wie Alpinestars, Vanucci oder Dainese an Airbags, die in die Kleidung oder den Helm eingearbeitet sind.

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Bisher konnte Airbagkleidung den ADAC nicht zufriedenstellen.

(Foto: Dainese)

Jetzt bietet Dainese erstmals ein kabelloses System für Textiljacken an, das alle Komponenten wie Sensoren und Sprengkapsel in der Jacke verstaut. Damit ist der Pilot unabhängiger vom Bike und kann sich freier auf der Maschine bewegen. Das System ohne Kabel reagiert bei schweren Stürzen innerhalb von 45 Millisekunden und schützt den Fahrer durch den Luftsack. Dadurch soll das Risiko schwerer Schäden an Nacken, Schultern und Schlüsselbein deutlich reduziert werden. Bei dem D-Air Street genannten System tauschen zwei Sensor-Einheiten an Motorrad und Fahrer permanent Daten aus. Weichen die Beschleunigungswerte deutlich voneinander ab, wie bei einem starken Frontalaufprall oder einem Sturz, reagiert die Sprengkapsel in der Jacke und der zwölf Liter große Sack bläst sich in Millisekunden auf. Bisher bot Dainese ein ähnliches System für die viel schweren und unbequemeren Lederkombis an.

ADAC: Airbagkleidung der richtige Weg

Im vergangenen Jahr hat der ADAC Airbagjacken und Nackenschutz getestet, mit einem vernichtenden Urteil: Von den fünf Produkten konnte lediglich eine Airbag-Weste überzeugen, die anderen bliesen sich zu langsam auf oder boten zu wenig Schutz. Vor allem im Brustbereich konnte die Schutzwirkung nicht überzeugen. Insgesamt kam der ADAC aber zu dem Schluss, dass integrierte Airbags der richtige Weg zu mehr Sicherheit sind. Allerdings biete die Airbagbekleidung allein keine vollständige Sicherheit, sondern dürfe nur Teil einer Schutzausrüstung sein.

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Motorräder mit integriertem Airbag, wie die Honda Goldwing, sind eher selten.

(Foto: Honda)

Auch Airbags in Motorrädern fanden immer mal wieder Einsatz. Honda brachte nach 15 Jahren Entwicklungszeit 2006 den ersten serienmäßigen Airbag in seinem Reisetourer Gold Wing 1800 auf den Markt. Bem der aktuellen Gold Wing kostet der Luftsack in Kombination mit einem Navigationssystem 3000 Euro Aufpreis. Der 150 Liter Luft fassende Lebensretter ist fest mit dem Zweirad verbunden und wird über vier in der Vordergabel integrierten Sensoren angesteuert. Fünfzehn Hundertstelsekunden nach einem starken Aufprall bläst sich der Airbag auf stemmt sich mit voller Wucht gegen den Fahrer. Damit soll verhindert werden, dass dieser über den Lenker fliegt.

Quelle: n-tv.de, sp-x

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