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So cool wie der Vorläufer? Audi bringt den A2 reloaded als E-Tron im Retrodesign mit bunten Farben

07.09.2026, 13:32 Uhr imageVon Patrick Broich, Paris
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"Intensivblau" heißt dieser durchaus extrovertierte Farbton. Mit seinen zackigen Scheinwerfern wirkt der A2 futuristisch. Unter dem Blech steckt allerdings der inzwischen betagte Modulare Elektrobaukasten. (Foto: Audi)

Zum neuen Audi A2 E-Tron gibt es mindestens zwei Erzählungen. Fakt ist aber, dass der elektrisch angetriebene Kompakte das coolste Auto des Modularen Elektrobaukastens ist. Doch das ist natürlich Geschmackssache. ntv.de hat ihn schon inspiziert.

Besser spät als nie, könnte man sagen. Audi bringt noch mal ein komplett neues Kompaktauto, das auf dem Modularen Elektrobaukasten basiert. Und zwar ist die Rede vom Grundkonzept mit angetriebener Hinterachse (die ursprüngliche MEB-Formation), es geht ausdrücklich nicht um die neueren Frontantrieb-Vertreter. Klar, das hat Skoda mit den Peaq ebenfalls gemacht, allerdings handelt es sich hier immerhin um ein neues Segment.

Der A2 E-Tron ist jetzt sozusagen ein zum Cupra Born und Volkswagen ID.3 Neo zusätzlich aufgelegter unterer Mittelklässler auf einer langsam, aber sicher alternden Plattform. Allerdings ist es so: Der A2 ist heute Kult, weil das Typenschild für Effizienz und Technologie steht - sozusagen ein Future Classic. In drei Jahren feiert der A2 immerhin seinen 30. Geburtstag.

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Die Kofferraumklappe ist A2 pur. Der kräftige Lackton steht dem Neuling gut zu Gesicht. (Foto: Audi)

Die erste Generation mit Alu-Spaceframe und Dreiliter-TDI war zwar ein wirtschaftlicher Flop, aber hallt bis heute nach bei Autofans. So gesehen war die Wahl der Bezeichnung beim Neuling ganz sicher kein Zufall. Und überhaupt sind die vielen Designzitate kein Zufall. Die fallen nämlich sofort ins Auge, wenn man den 4,32 Meter langen Kompakten erstmals sichtet. Vor allem Heck und Dachlinie erinnern an den Vorläufer-A2 - Vorgänger kann man nicht sagen, weil der erste A2 mit deutlich unter vier Metern Außenlänge ein völlig anders positioniertes Auto war.

Mit seiner hohen Reichweite ist der A2 nicht allein

Den Effizienzgedanken haben die Ingolstädter allerdings mitgenommen und auf das neue Modell übertragen. So soll der jüngste A2 der sparsamste Kandidat im MEB-Kosmos sein mit 12,8 kWh je 100 Kilometer in der gemittelten WLTP-Disziplin. In der Tat rangiert der sparsamste Volkswagen-ID.3-Vertreter bei 13,9 kWh. Der Luftwiderstandsbeiwert von cw 0,24 des A2 trägt sicherlich zum ordentlichen Verbrauchswert bei, allerdings ist er auch nicht rekordverdächtig. In Verbindung mit einem 61 kWh großen Akku darf man sich dennoch über 646 Kilometer gemittelte WLTP-Reichweite freuen. Aber! Der ID.3 Neo steht mit 629 Kilometern gelistet.

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Jede Menge Designverwandtschaft zum Urmodell und eine ausdrucksstarke Farbe machen den A2 zum Hingucker. Letztere hört auf den Namen "Pistaziengrün". (Foto: Audi)

Natürlich ist der Audi mit seinem Retrodesign und in den bunten Farben wie dem Blau sowie einem historisch anmutenden Grün sexy. Innen setzen die Ingolstädter allerdings auf Konventionalität. Die Bedienelemente vor allem mit den breiten Lenksäulenhebeln samt integriertem Rädchen sind fancy, aber bereits bekannt aus dem Q3.

Elektrische Türgriffe mit "haptischer Sensorik", wie es in der Pressemappe heißt, muten optisch fein sowie schön technisch an, gehen aber nicht als sonderlich praktisch durch. Und im Falle eines Unfalls? China schreibt jedenfalls Bügeltürgriffe vor, das könnte Gründe haben. Wie steht es um die Praktikabilität? Hier hat der A2 einen Punkt, kann beispielsweise 1,6 Tonnen an den Haken nehmen. Das können die kompakten Wettbewerber aus dem Konzern nicht.

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Optische Täuschung inklusive: Die kleinen Elemente als Oberflächenstruktur des Grills sind rein virtueller Natur. Denn die Außenhaut ist in Wirklichkeit plan. Der geringe Luftwiderstand ist Ausdruck dieser ausgefeilten Aero. (Foto: Audi)

Effizienz leider nicht serienmäßig

Doch welchen nehmen? Audi verlangt für seinen Newcomer deutlich mehr Geld als Volkswagen, startet bei 38.200 Euro (statt unter 34.000 beim ID.3). Dann gibt es 52 kWh und 170 PS. In diesem Fall liegt der Stromverbrauch allerdings bei 13,7 kWh. Und hier müsste Audi radikaler sein. Nicht niedriger Verbrauch als kostspieliges Extra, sondern als Basismodell vielleicht sogar mit einem reduzierten Ausstattungsgefüge.

Doch vielleicht liegt der Reiz des optisch knackigen Oberbayern auch gerade im Gegenteil? Denn natürlich verzichtet Audi nicht auf eine Topversion mit 326 PS, ordentlich Druck auf den Hinterrädern nebst 200 Sachen Topspeed. Dann ist Effizienz nicht mehr die oberste Priorität, aber man freut sich immerhin noch über 630 Kilometer Reichweite angesichts 84 kWh (brutto) Strom im Gepäck.

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Insbesondere am dritten Seitenfenster sieht man sehr schön die gewollte Connection zum Ur-A2. (Foto: Audi)

Und das Preisschild? Hier wäre die 50.000-Euro-Grenze längst überschritten, insbesondere mit ein bisschen Extraausstattung. Das Effizienz-Modell bietet 190 PS und eine 231-PS-Variante gibt es darüber hinaus ebenfalls. Immerhin sind selbst im Grundpreis schon viele Assistenten enthalten, darunter auch der nützliche adaptive Tempomat.

Die Ladezeiten von 10 auf 80 Prozent hält Audi noch unter 30 Minuten - das darf als okay gelten angesichts 400 Volt. Die Ladeleistung liegt bei bis zu 183 kW im Falle der großen Batterie. Gebaut wird der A2 in Ingolstadt. Neugierig geworden? Die Kundenauslieferungen sollen schon im Dezember dieses Jahres starten.

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Im neuen Audi A2 E-Tron geht es clean zu. Aber ein bisschen mehr Extravaganz angesichts der historischen Relevanz hätten die Kreativen schon liefern können. (Foto: Audi)

Nach der Sitzprobe bin ich hin- und hergerissen. Ja, Finish und Materialanmutung sind okay, der Blick durch das optionale Riesen-Panoramaglasdach gefällt außerdem. Aber irgendwie fehlt das gewisse Etwas. Und einfach bloß den Universal-Touchscreen in das Interieur knallen, das sich auch in fast jedem anderen Modell findet? Das ist zu wenig - genauso, wie die technische Basis des alten Baukastens eigentlich zu dünn ist für ein Auto, das aufgrund seiner Historie große Erwartungen weckt.

Soweit die eine Erzählung. Die andere ist, dass der A2 E-Tron einfach das coolste Kompaktauto basierend auf dem Modularen Elektrobaukasten darstellt. Und Audi musste jetzt handeln, nicht erst, wenn die Nachfolgeplattform SSP am Start ist. Versäumnis des Volkswagen-Konzerns, ja. Aber vielleicht kann der A2 E-Tron einfach eine kritische Anzahl an Herzen gewinnen und diesen Umstand in Kundenbestellungen ummünzen. Zu gönnen wäre es ihm.

Quelle: ntv.de

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