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Ein lohnendes Objekt Honda CBR500R - die Einsteiger-Fireblade

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Fahrtechnisch kann die Honda CBR500R nicht mit der Fireblade mithalten.

(Foto: Honda)

Honda gibt seinem überarbeiteten Einstiegs-Sportmotorrad ein paar Gene der Ikone Fireblade mit. Das macht sie für junge Nachwuchsfahrer interessant.

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Optisch geht die CBR500R ganz klar als kleine Schwester der Fireblade durch.

(Foto: Honda)

Die Fireblade, vor fast 30 Jahren zur Welt gekommen, ist längst zur Ikone gereift. Wie der sechszylindrige Tourendampfer Goldwing, so braucht auch eine Fireblade das Label "Honda" gar nicht mehr, um Erfolg zu haben und die Fans bei der Stange zu halten. Diese enorme Anziehungskraft versucht Honda derzeit auf seine beiden kleinvolumigen Sportbikes zu übertragen: Erst wurde die vierzylindrige CBR650R in Richtung Fireblade getrimmt, nun ist die zweizylindrige CBR500R dran. Ist sie rot lackiert, so wirkt sie mit ihren LED-Doppelscheinwerfern und den weiß-blauen Zierstreifen tatsächlich wie die zierlichere Schwester der Fireblade.

Beim Fahren stellt sich dann aber schnell heraus, dass die CBR500R nicht mehr als ein optisch zwar durchaus gelungener Versuch ist, an der Ikone anzudocken. Zu groß ist der Leistungsunterschied von fast 150 PS, zu groß sind auch die technischen Differenzen. Man darf aber nicht vergessen, dass sich auch der Preis markant unterscheidet: Muss man für das Original zumindest an die 20.000 Euro lockermachen, reicht fürs Schwesterchen kaum mehr als ein Drittel davon. Und für 7090 Euro kann auch der weltgrößte Zweiradproduzent keine voll einstellbaren Feder- und Dämpfungselemente, keine Leichtmetallschwinge und keine radialen Vierkolben-Bremssättel liefern.

Als Einsteiger ein lohnendes Objekt

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Rundrum gibt es für die CBR500R LED-Licht und eine Warnblinkanlage.

(Foto: Honda)

Natürlich wissen alle potenziellen Kunden um diese Diskrepanz. Aber schließlich kommt fast niemand als Valentino Rossi auf die Welt, so gut wie jeder A2-Neuling muss erst mal mit der Sportler-Welt warmwerden. Und dafür ist die Honda CBR500R ein lohnendes Objekt. Denn die Neuauflage dieses 2013 erstmals präsentierten Modells ist konsequent sportlicher gemacht worden: Lenkergriffe runter und weiter vor, Fußrasten ein wenig nach hinten und höher – das von einer gleich gebliebenen Positionierung der Hüftknochen ausgehende Rezept zur sportlichen Ertüchtigung ist bekannt und bewährt.

Honda hat es konsequent angewandt – das Ergebnis überzeugt: Steigt man auf den lediglich 78,5 Zentimeter hoch montierten Sattel, stellt sich fast auf Anhieb ein "schnelles" Gefühl ein. Wobei die Sitzposition, verglichen mit der auf einer echten Fireblade, deutlich entspannter ist. Wie bei der großen Schwester ist im Cockpit alles perfekt angerichtet: Schalter und Hebel wie auch das LC-Display – jetzt mit Ganganzeige und individuell fixierbarem Schaltblitz – sind auch eine Klasse höher nicht besser.

Es braucht schon guten Asphalt

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Bei gutem Asphalt gibt’s mit der CBR500R keinerlei Stabilitätsprobleme.

(Foto: Honda)

48 muntere PS leistet der Zweizylinder-Halblitermotor der CBR500R, exakt passend zum Leistungslimit des A2-Führerscheins. Wer das neu entwickelte, sehr präzise und leichtgängig arbeitende Sechsganggetriebe virtuos zu bedienen weiß, kann auf Land- und Bergstraßen durchaus mit weit kräftiger motorisierten Motorrädern mithalten, sofern deren Fahrer nicht permanent jenseits der Führerschein-Verlustgrenze werken. Und werden die Straßen richtig kurvig, zeigt die kleine Honda, dass sich nun besser als beim Vormodell auf dem Sitz herumturnen lässt, um das Knie auf den Asphalt zu bringen.

Bei gutem Asphalt gibt’s keinerlei Stabilitätsprobleme, bei starken Verwerfungen und harten Kanten muckt die CBR500R dann allerdings auf und teilt mit, dass ihr das nicht wirklich behagt. Nimmt der Fahrer geringfügig Tempo heraus – die Zweischeiben-Bremsanlage ist bestens auf das Fahrzeugkonzept abgestimmt – und mäßigt sich ein wenig, ist sofort wieder alles in Butter. Wie die Bremse selbst, so gefallen auch das gut regelnde ABS und die neu entwickelte Antihopping-Kupplung.

Nimm die Rote

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Im LC-Display der Honda CBR500R gibt es jetzt auch eine Ganganzeige und einen individuell fixierbaren Schaltblitz.

(Foto: Honda)

Weder fahrwerkstechnisch noch bei der Ausstattung lässt sich an der Honda CBR500R ernsthaft Kritik üben. Natürlich wären eine Blinker-Rückstellautomatik oder eine Fernbedienung für die Bordcomputer-Funktionen lässig, aber die Honda-Controller sind diesbezüglich konsequent. Immerhin wurden LED-Licht rundum wie auch eine Warnblinkanlage genehmigt. Wirklich darben muss also niemand im Sattel der CBR500R. Die gut 7000 Euro Einstiegspreis kann man noch aufmörteln, denn es gibt allerlei nützliches, passgenau gefertigtes Zubehör, vom Topcase samt Innentasche bis zum sportlichen Tankpad.

500 Exemplare der CBR500R will Honda Deutschland in diesem Jahr an den jungen Mann sowie die junge Frau bringen. Das sollte angesichts der sehr gelungenen Formgebung der Junior-Fireblade für die Händler keine allzu harte Nuss sein. Insbesondere jene Kunden, die sich für ein rotes Bike entscheiden, erhalten on top das insbesondere bei jungen Leuten sehr beliebte Fireblade-Gefühl.

Quelle: Ulf Böhringer, sp-x

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