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Alltags-Fighter für alleKawasaki Z650 S - beliebtes Bike ist nun erwachsener und "böser"

31.07.2026, 07:18 Uhr
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In diesem Jahr hat Kawasaki dem mittleren Z-Modell Z650 S ein veritables Upgrade spendiert. (Foto: Volker Rost/RKM)

Seit Jahren zählt Kawasakis Z650 zu den fünf bestverkauften Motorrädern in Deutschland. Das verdankt sie ihrer guten Kombination aus unproblematischer Alltagstauglichkeit und ambitioniertem Auftritt im Streetfighter-Stil.

Kawasaki hat seinen beliebten Mittelklasse-Landstraßenroadster Z650 S weiterentwickelt und ihm neben kleineren technischen Updates einen schärferen Auftritt verpasst. Für akzeptable 7970 Euro arbeiten in der Z wohl dosierbare 68 PS.

Kawasakis Z-Familie verkörpert mit aggressivem Sugomi-Design die unverkleidete landstraßensportliche Seite der Marke, vom Leichtkraftrad Z125 bis zur Z1100 deckt die Baureihe fast das gesamte Hubraumspektrum ab. In diesem Jahr spendieren die Japaner ihrem mittleren Z-Modell ein veritables Upgrade, mit dem die Z650 S ihre vorherige Zierlichkeit gegen einen erwachsenen Auftritt eintauscht. Insbesondere die bullige Front mit der markanten Lampenverkleidung der beiden schmalen LED-Scheinwerfer lässt die böser gucken.

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Mit einem leicht zum Vorderrad hin orientierten Oberkörper und dank des breiteren Lenkers ist die Kawasaki noch folgsamer als zuvor. (Foto: Volker Rost/RKM)

Dahinter stellt sich auf der neugestalteten Sitzbank ein breitschultriges Gefühl ein hinterm höheren, weiter vorn gelegenen und breiteren Lenker. Etwas mehr Abstand der höheren Sitzauflage zu den Rasten entspannt die Kniewinkel, ohne der Z ihre gute Bodenerreichbarkeit zu nehmen - selbst Fahrer unter 1,70 Meter kommen nach wie vor gut mit beiden Beinen auf den Boden. Das hintere Plätzchen geriet großzügiger, doch fehlende Haltemöglichkeiten begrenzen das Wohlgefühl hinten drauf.

Antrieb weitgehend unverändert

Zuverlässig erwacht der weitgehend unveränderte Antrieb zum Leben, der flüssigkeitsgekühlte Reihenzweizylinder schöpft aus 649 Kubik für alle Zwecke ausreichende 68 PS und ein maximales Drehmoment von 64 Newtonmeter. Zwar ist der Twin nicht mehr ganz taufrisch, doch dank der beständigen Anpassung merkt man ihm sein Alter nicht an. Schon untenrum kommt das Aggregat manierlich in die Puschen, um im landstraßenrelevanten mittleren Drehzahlbereich richtig spritzig zu wirken.

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Die bullige Front mit der markanten Verkleidung der Scheinwerfer lässt die Kawasaki Z650 S böser gucken. (Foto: Volker Rost/RKM)

Unterstützung kommt von einem sehr leichtgängigen Sechsganggetriebe und einer ebenso geschmeidigen Kupplung, während der optionale, nur das Hochschalten erleichternde Quickshifter dieses Niveau nicht erreicht. Dabei kribbelt es fast über den gesamten Drehzahlverlauf leicht im Lenker, richtig lästig fällt das aber nicht. Sehr respektabel fällt die erzielbare Höchstgeschwindigkeit von 191 km/h aus, auf einem weitgehend unverkleideten Motorrad wie der Z650 S jedoch nur für kurze Zeit aushaltbar.

Fahrdynamisches Vergnügen auf gewundenen Landstraßen

Im Gegensatz zum fahrdynamischen Vergnügen auf gewundenen Landstraßen. Mit einem leicht zum Vorderrad hin orientierten Oberkörper und dank des breiteren Lenkers gibt sich die Japanerin noch folgsamer als zuvor. Richtungsvorgaben setzt die Z im Nu um, Schräglagenwechsel sind ein leichtfüßiges Vergnügen. Dabei bleibt die Kawa stets neutral und berechenbar, von den zwei zusätzlichen Kilogramm, die die 2026er-Auflage aufgesattelt hat, ist nichts zu spüren.

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Für die Hinterradführung Der Kawasaki ist eine Aluminium-Zweiarmschwinge mit Zentralfederbein zuständig. (Foto: Volker Rost/RKM)

Trotz aller Agilität bleibt die Japanerin berechenbar und bis in höchste Geschwindigkeitsbereiche stabil. Dabei geben sich Gabel wie Federbein eher komfortorientiert und verarbeiten Unebenheiten angenehm unspektakulär für einen rundum gelungenen Fahrkomfort. Keine Nachteile bringt der Wechsel von Wave- auf runde Bremsscheiben bei gleichem Durchmesser, vielmehr agieren die Nissin-Schwimmsättel erstaunlich knackig und verzögern die fahrfertig 190 Kilogramm lässig und zuverlässig.

Neues Display ist großer Fortschritt

Einen großen Fortschritt hat der Fahrer dabei stets im Blick: das neue, 4,3 Zoll große Voll-TFT-Instrument. Übersichtlich gegliedert, bietet es zahlreiche Informationen und lässt sich per Bluetooth mit dem Smartphone verbinden. Über die Kawasaki-App kann die Route mit weiteren Fahrzeugparametern aufgezeichnet werden, eine Wegführung im Display ist jedoch nicht möglich. Über einen USB-C-Anschluss links daneben erhält das Handy den benötigten Strom.

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Über einen kleinen Wippschalter kann man sich durch die Menüführung im Display hangeln. (Foto: Volker Rost/RKM)

Die aktuelle Modellpflege rundet das Gesamtpaket weiter ab und macht die Z650 S erwachsener bei immer noch leichtem Zugang - trotz der grimmigen Mimik. Weil sich der dafür verlangte Preis von 7970 Euro im Rahmen hält, wird die Mittelklasse-Kawa auch 2026 im Vorderfeld der Beliebtheit landen.

Kawasaki Z650 S - technische Daten

  • Motor: Flüssigkeitsgekühlter Zweizylinder-Viertakt-Reihenmotor, 649 ccm Hubraum, vier Ventile pro Zylinder, dohc, 50 kW/68 PS bei 8.000 U/min, 64 Nm bei 6.700 U/min; Einspritzung, 6 Gänge, Kette.

  • Fahrwerk: Stahl-Gitterrohrrahmen; Telegabel ø 4,1 cm vorne, nicht einstellbar, 12,5 cm Federweg; Aluminium-Zweiarmschwinge, Zentralfederbein, Federvorspannung einstellbar, 13 cm

  • Federweg; LM-Gussräder; Reifen Dunlop S23, 120/70 ZR 17 (vorne) und 160/60 ZR17 (hinten). 30 cm Doppelscheibenbremse mit Zweikolben-Schwimmsätteln vorne, 22 cm Einscheibenbremse mit Einkolben-Schwimmsattel hinten.

  • Assistenzsysteme: Traktionskontrolle (abschaltbar), ABS (hinten abschaltbar)

  • Maße und Gewichte: Radstand 1,41 m, Sitzhöhe 80,5 cm, Gewicht fahrfertig 190 kg, Zuladung 200 kg; Tankinhalt 15 Liter.

  • Fahrleistungen (Herstellerangaben): Höchstgeschwindigkeit 191 km/h. Standgeräusch 90 dB(A), Normverbrauch laut WMTC-Norm (EU 5+) 4,4 l/100 km.

  • Preis: 7970 Euro inkl. Nebenkosten

Quelle: ntv.de, Thilo Kozik, sp-x

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