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Der fetzt um die Ecken Kleine Rennsemmel Opel Corsa GSE knüpft an alte GSI-Zeiten an

01.09.2026, 07:18 Uhr imageVon Patrick Broich, Wien
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Der neue Opel Corsa GSE macht locker so viel Spaß wie der erste Corsa GSI. (Foto: Opel)

Endlich bekommt der Opel Corsa seine verdiente GSE-Version. Macht die Spaß? Und wie! ntv.de hat den bisher schnellsten Corsa bereits ausgeführt. Gemeinsam mit alten GSI-Knallbüchsen.

Gerade hält Markus Söder mal wieder ein Plädoyer für die Verbrenner. Jüngst kritisierte er in bild.de, dass keine echte Wende angegangen werde beim Verbrenner-Aus. Außerdem wird im Text unter Berufung auf eine Studie, die unter Mitwirkung der Technischen Universität München entstand, erklärt, dass batterieelektrische Autos gar nicht frei von CO2-Emissionen seien, sondern es in diesem Kontext lediglich um eine durchschnittliche Reduktion von CO2 um 41 Prozent gehe.

Das alles mag stimmen oder nicht, für den Corsa GSE ist diese Erkenntnis ohnehin kein Hindernis. Denn man merkt schon im Verlaufe der Verbrenner-GSI-Generationen des Kleinwagens, dass die Benziner mit der schärfer werdenden Abgasreinigung an Emotionalität einbüßen. Während der leichte Corsa A ohne Kat mit 100 PS noch richtig fetzt, wirkt der relativ moderne C aus den Mittneunzigern mit 106 PS gefühlt schon eher müde. Sicherheitskriterien wie Airbag und steifere Strukturen plus Größenwachstum erzeugen Gewicht und fressen Performance. Und die moderneren OPC-Varianten machen zwar wieder mehr Laune, haben mit über 200 PS indes auch mehr Power.

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Das pastellige Grau steht dem sportlichsten Opel Corsa gut zu Gesicht.

Von der Ressource Power liefert der elektrische Corsa F jetzt als GSE wahrlich genug mit 281 PS. Klingt hot. Ist natürlich in erster Linie lautlos, aber na und? Im Vierzylinder-Kontext ist fehlender Motorsound jetzt nicht so ein riesiger Verlust. Und bevor nun über Nachteile des elektrischen Antriebs gemeckert wird, lass mal eine Runde drehen. Erst auf einem abgesperrten Kurs innerhalb des Geländes des Driving Camp Pachfurth. Das ist eine riesige Spielwiese, auf der Hobbyracer Fahrzeugbeherrschung üben können. Und Opel demonstriert hier, wie gut der elektrische Top-Corsa Querdynamik beherrscht.

Erst lernen die Teilnehmer die Theorie. Es gibt mehr Kühlperformance für Batterie, damit der Output länger abrufbar ist. Und am Fahrwerk haben die Techniker ebenfalls geschraubt. Dinge wie eine neue Achse mit spezifischen Lagerbuchsen, modifizierte Federrate wie Lenkübersetzung sowie mehr Wanksteifigkeit sollen den Rüsselsheimer sportlicher machen. Außerdem ist ihm ein mechanisches Sperrdifferenzial an der Antriebsachse (vorn) vergönnt, und die breitere Spur sorgt für mehr Stabilität.

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Flüchtig betrachtet unterscheidet sich der Corsa GSE nicht sonderlich von den zivilen Varianten. (Foto: Opel)

Corsa GSE ist eine Rennsemmel

Und weil 54 kWh im Unterboden auch noch einen günstigen Schwerpunkt garantieren, wird der Viermeter-Racer schon ordentlich agil in der Kehre. Der in Pachfurth vorauseilende Instruktor jazzt den recht gut im Traktionsfutter stehenden Corsa immer wieder hoch auf über 100 Sachen, bremst heftig ab und wirft den 1,6-Tonner wild um die Kehre. Ja, er untersteuert irgendwann, aber dann muss man es schon ambitioniert treiben.

Und auf der Straße? Da reichen schon weniger Rennskills, um ordentlich Gaudi zu haben. Vor allem drückt einen der Single-Motor mit seinen 345 Newtonmetern an Drehmoment satt in die ausgeformten Karostoff-Sportsitze. Nach 5,5 Sekunden sollen 100 km/h auf dem Digi-Tacho stehen. Das glaubt man sofort. Schade ist, dass der Kleinwagen die 200-km/h-Marke verpasst - ein Mokka GSE schafft diesen Wert sehr wohl. Schuld daran soll der kleinere Radumfang sein, die Ingenieure wollten eben, dass der Corsa beflissener schiebt. Nichtsdestotrotz: Die vergangenen OPC-Otto-Modelle übertrumpfen den Elektrokandidaten deutlich mit über 230 km/h.

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Vor allem die Karostoff-Sportsessel dieses GSE bieten zwei attraktive Sitzgelegenheiten. (Foto: Opel)

Zum Schluss ist noch über die Alltagstauglichkeit eines elektrisch angetriebenen Corsa zu sprechen. Klar, wenn man bedenkt, dass der deutsche Bundesbürger im Schnitt gerade mal etwas mehr als 12.000 Kilometer jährlich mit seinem Auto zurücklegt, sollte ein batteriebetriebenes Vehikel mit 374 Kilometern gemittelter WLTP-Reichweite ja irgendwie handzuhaben sein. Sicher, aber mit Sternchen. Denn je nach Fahrbedingung (insbesondere auf der Autobahn und bei kalter Witterung) schrumpft die Range mal ganz locker auf 200 und ein paar zerquetschte Kilometer zusammen. Und Laternenparker laden häufig ja auch gar nicht auf 100 Prozent, sodass die Kapazität dann nicht vollständig genutzt wird.

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An den GSE-Badges im Bereich der Seiten unten lässt sich der wildeste aktuelle Corsa einfach identifizieren. (Foto: Opel)

Also muss man damit vorliebnehmen, dass auf längeren Routen mehrfach gestoppt werden muss, um binnen 30 Minuten am öffentlichen Lader wieder ein bisschen Energie in den Akku zu pressen. Vorausgesetzt, man hält den Corsa GSE als Hauptfahrzeug, was aber angesichts eines Grundpreises von mindestens 39.900 Euro keine absurde Idee ist. Doch spätestens nach ein paar Kilometern Landstraße dürfte man schon im Vorfeld über gelegentliches Laden hinweggetröstet worden sein. Einen Kleinwagen als Benziner, der spaßiger ist als dieser elektrisch angetriebene Corsa, wird es bei Opel wohl nicht mehr geben.

Quelle: ntv.de

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