Was macht die Behörde eigentlich?Kraftfahrt-Bundesamt - seit 75 Jahren Punkte zählen und mehr

Das Kraftfahrt-Bundesamt blickt auf 75 Jahre Fahrzeugregister, Typgenehmigungen und Verkehrssicherheit zurück: Am 4. August 1951 wurden darin drei ältere Behörden zusammengelegt. Heute geht es in Flensburg zunehmend um Digitalisierung, automatisiertes Fahren und eine internationalere Fahrzeugüberwachung.
Autos zählen, Punkte verwalten und über die Sicherheit neuer Fahrzeugtypen wachen: Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) begleitet die deutsche Mobilität seit ihren frühen Jahren. Nun feiert die Flensburger Bundesoberbehörde ihr 75-jähriges Bestehen und richtet dazu den Blick zurück und zugleich in die Zukunft auf digitale Zulassungen, automatisiertes Fahren und eine stärker international ausgerichtete Fahrzeugüberwachung.
Gegründet wurde das KBA vor exakt 75 Jahren am 4. August 1951. In der damals neuen Behörde gingen die Aufgaben dreier älterer Einrichtungen auf: einer bereits seit 1910 bestehenden Sammelstelle für Informationen über Kraftfahrzeugführer, einer weiteren Fahrerdatei aus dem Jahr 1934 und der 1937 gegründeten Reichsstelle für Typprüfung. Damit wurden ab den 1950er-Jahren das Fahrzeugregister, Informationen zur Fahreignung und technische Prüfaufgaben erstmals in einer Hand gelegt.
Enormer Anstieg an Fahrzeugen - und Unfällen
Die Bedeutung der Behörde wuchs mit der Massenmotorisierung. Bei ihrer Gründung waren in Deutschland erst rund 2,5 Millionen Kraftfahrzeuge unterwegs, bereits Anfang der 1970er-Jahre war ihre Zahl auf rund 17 Millionen gestiegen. Der Boom forderte einen hohen Preis: Mit der Zahl der Kfz stieg auch die Zahl der Verkehrstoten auf deutschen Straßen dramatisch. Zeitweise wurden mehr als 21.000 im Straßenverkehr getötete Personen pro Jahr gezählt.
Als wichtiger Einschnitt gilt die Einführung des bis heute eng mit der Stadt Flensburg verbundenen Punktesystems im Jahr 1974: Seither können Fahrer, die aufgrund von Verkehrsvergehen zu viele Punkte sammeln, langfristig ihre Fahrerlaubnis entzogen bekommen. Zusammen mit sichereren Fahrzeugen, einer besseren Infrastruktur und strengeren Verkehrsregeln konnte das zwischenzeitlich reformierte Punktesystem zur langfristigen Verbesserung der Verkehrssicherheit beitragen. Im Jahr 2025 kamen bei einem Bestand von mehr als 61 Millionen Kraftfahrzeugen noch 2.832 Menschen im Straßenverkehr ums Leben.
Zunehmend digital
Heute führt das KBA zentrale Register zu Fahrzeugen und Verkehrsteilnehmern, erstellt Statistiken, erteilt Typgenehmigungen und überwacht den Fahrzeugmarkt. Bei Sicherheitsmängeln kann die Behörde zudem Rückrufe anordnen. Zunehmend verlagern sich die Aufgaben des KBA in die digitale Welt. Online-Dienste ermöglichen etwa Registerauskünfte, der digitale Fahrzeugschein soll klassische Dokumente ergänzen.
Als nächster größerer Schritt ist "i-Kfz-Bund" geplant. Die zentrale Plattform für die internetbasierte Fahrzeugzulassung soll mehr als 400 örtliche Zulassungsbehörden entlasten. Gleichzeitig muss das KBA neue Regeln für vernetzte, assistierte und künftig autonom fahrende Autos mitentwickeln. Auch Cybersecurity, Software-Updates und die internationale Marktüberwachung dürften Schwerpunkte der Zukunft sein. Die Flensburger Punkte bleiben zwar, doch die Verkehrswelt, die das KBA überwacht, wird zunehmend von Daten und Software bestimmt.