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Nachgelegt und aufgedreht Mazda MX-5 erhält PS-Spritze

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An der Optik des Mazda MX-5 hat sich auch in der vierten Modellgeneration, bis auf neu lackierte Räder, gar nichts geändert.

Zum neuen Modelljahr spendiert Mazda seinem Dauerbrenner dem MX-5 nicht nur mehr Leistung unter Beachtung der neuen Euro-6d-Temp-Norm sondern merzt auch eine dauerhafte Schwäche aus.

Nicht nur für Deutschland und die Welt, auch für Mazda war 1989 das Jahr der Wende: Es ging der Firma nicht gut und es wurde sogar über den Fortbestand der Marke spekuliert. Niemand glaubte damals so recht an die Zukunft von kleinen, leichten, offenen Sportwagen, die lange von englischen Namen wie Triumph, MG oder Austin Healey repräsentiert wurden. Dennoch trafen die Verantwortlichen eine mutige Entscheidung. Mazda brachte ebenfalls einen Roadster mit dem Kürzel MX-5 auf den Markt. In den USA erhielt er übrigens den Beinamen Miata. Fast 30 Jahre später präsentiert der japanische Hersteller die neueste Ausgabe des wohl erfolgreichsten Roadsters der Welt.

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Überarbeitet wurde auch die RT-Version des MX-5 mit klappbarem Hardtop.

Das Modell steht für eine beispiellose Renaissance der offenen Zweisitzer. In Deutschland zogen damals Audi mit dem TT Roadster und BMW mit dem Z3 nach. Für Mazda bedeutete die risikoreiche Neuentwicklung nicht nur einen unerwarteten Schub für den Absatz, sondern auch Einnahmen, die weitere neue Modelle ermöglichte. Vielfach wurde der MX-5 seither als Retter der japanischen Marke beschrieben. Mehr als eine Million Fahrzeuge sind seit der Premiere auf der Chicago Auto Show 1989 weltweit an Kunden ausgeliefert worden, vor zwei Jahren kam zusätzlich zur Stoffverdeck-Version die RF-Variante dazu. Die Buchstabenkombination steht für "retractable fastback", elektrisch bewegliche Dachteile machen aus einem MX-5-Coupé so einen Targa.

Spontaner Freiluft-Genuss

Leichtigkeit, Agilität, niedriger Schwerpunkt, direkte Lenkung und knackige Handschaltung gepaart mit einem geschwind versenkbaren Dach für spontanen Freiluft-Genuss haben die Käufer eines MX-5 von jeher fasziniert. Dafür fiel es ihnen leicht, Einschränkungen hinzunehmen mit denen man bei der Nutzung eines Roadsters konfrontiert wird. Die aktuelle Version bietet 127 Liter Kofferraum, genug für ein Wochenende zu zweit, aber auch nicht mehr. Das verringert die Gefahr, die magere Zuladung von 230 Kilogramm zu überschreiten.

Auch eine fehlende Längsverstellbarkeit der Lenksäule hielt sie auch nicht vom Kauf ab. Dieser Mangel ist nun beseitigt. Sowohl in der Höhe um vier Zentimeter als auch in der Tiefe um drei Zentimeter ist die Position des Volants veränderbar – ein Segen für alle, die wegen langer Beine genügend Abstand zu den Pedalen suchen. Aber nicht nur wegen des aktives Einflusses auf das Fahrerlebnis ist der Fahrerplatz die bevorzugte Position, sondern auch, weil der Fußraum etwas geräumiger ist als auf der Beifahrerseite.

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Für jede Menge Fahrspaß sorgt der ohne Fahrer nur 986 Kilogramm schwere MX-5 fast von allein.

(Foto: Axel Busse)

Unmittelbaren Einfluss auf das Fahrvergnügen hat natürlich auch die Motorleistung. 160 PS war zuletzt das Maximum, was Mazda für den MX-5 zu bieten hatte. Das war deshalb suboptimal, weil einerseits die ausgewogene Gewichtsverteilung und das sportliche Fahrwerk durchaus mehr vertragen hätten, andererseits das Konkurrenzmodell Fiat 124, das auf der Basis des MX-5 aufsetzt, mit 10 PS mehr aufwartet. Optimierungen an Ansaugtrakt, Kolben, Pleuel und anderen Bauteilen sowie die Anpassung an die neue Abgasnorm Euro-6d-Temp lassen jetzt 184 PS heraus springen – bei nahezu gleichem Fahrzeug-Gewicht wie zuvor.

Das dürfte die Akzeptanz des Zweiliter-Motors durch die deutschen Kunden weiter steigern, die bisher schon zu mehr als zwei Dritteln die stärkere der beiden Antriebsvarianten bevorzugten. Der 1,5 Liter große Alternativmotor des Einstiegsmodells hat 132 PS und lässt mit dieser Leistung einiges an Fahrspaß vermissen. Geschaltet wird auch die potenteste Triebwerksausführung per Hand. Zusätzlich im Angebot ist neuerdings für das RF-Modell eine Sechsgang-Automatik, die wahlweise per Schaltpaddel am Lenkrad betätigt werden kann. Sowohl mit manuellem als auch mit automatisiertem Getriebe verfügt der MX-5 über eine Start-Stopp-Automatik. Für den Sprint auf 100 km/h benötigt der Roadster mit dem Top-Motor 6,5 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 219 km/h.

Agil und locker der Passhöhe entgegen

Der leichtfüßige und agile Auftritt des Zweisitzers, die ausgewogene und fast spielerische Manövrierfähigkeit vertrügen durchaus noch eine etwas herzhaftere Soundkulisse, denn ein Krawallhobel ist der MX-5 nicht. Er eignet sich durchaus auch zum Cruisen, was sicher auch dem großen Interesse in Amerika mit seinen rigiden Tempovorschriften geschuldet ist. Nach der neuen WLTP-Verbrauchsnorm, deren Testmodus näher an einem realistischen Fahrbetrieb orientiert ist als die frühere EU-Norm, verbraucht der Roadster im Durchschnitt 6,9 Liter Super über 100 km Strecke.

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Im recht eng geschnittenen Innenraum tritt der MX-5 im alten Gewand auf.

Die Testfahrten, die Mazda jetzt und vor der Markeinführung Mitte September ermöglicht, bestätigten im Wesentlichen diese Werte. Voraussetzung ist allerdings, dass man das Spaßpotenzial maßvoll nutzt und vorhandenen Schwung mit in die nächste Kurve nimmt. Die gibt es reichlich auf der Transfagasaran-Hochstraße, die nicht nur bei rumänischen Kraftfahrern einen legendären Ruf genießt. Sie verbindet das Arges-Tal in der Großen-Walachei mit dem Olt-Tal in Siebenbürgen, wobei die Passhöhe auf 2042 Metern liegt. Ein atemberaubendes Panorama breitet sich vor den Testfahrern aus, als sie die Bergstation erreichen.

So überrascht es nicht, dass manchem die eine oder andere Neuerung entgeht, die der MX-5 noch zu bieten hat. Die serienmäßigen LED-Scheinwerfer mögen tagsüber von nachrangiger Bedeutung sein, mit Verkehrszeichenerkennung, Spurhalte- und Spurwechselassistent, Ausparkhilfe, Müdigkeitserkennung und City-Notbremsassistent ist der Zweisitzer auf der Höhe dessen, was Kunden heute von ihren Fahrzeugen erwarten. Allerdings sind die meisten dieser Merkmale nicht einzeln, sondern wie bei den anderen Mazda-Modellen Bestandteil verschiedener Ausstattungspakete. Leichtmetallräder, Klimaanlage, beheizbare Sitze und ein Reifendruck-Kontrollsystem bringt jeder MX-5 ab Werk mit.

In der günstigsten Variante mit Stoffverdeck und 1,5-Liter-Motor kostet der MX-5 schmale 22.990 Euro. Die neue 184-PS-Version ist ab 27.790 Euro erhältlich. Deutsche Kunden mögen etwas mehr, was den Händlern in der Vergangenheit Quoten von mehr als 70 Prozent für die höchste Ausstattungsstufe, Sports-Line, bescherte. In dieser, zum Beispiel zusätzlich mit Lederpolstern möblierten Version, kostet der MX-5 RF stattliche 34.490 Euro.

Quelle: ntv.de