Spektakuläre NeuheitRange Rover geht mit dem neuen GT ins Crossover-Coupé-Segment
Von Patrick Broich
Range Rover verrät erste Details über seinen neuen GT. Dabei soll es sich um einen langstreckentauglichen Luxus-Crossover handeln. Was das genau ist, gilt es jetzt herauszufinden. Es könnte spektakulär werden. ntv.de hat schon dringesessen.
Es bahnt sich Spektakuläres an: Range Rover startet mit der Vorkommunikation zum neuen GT. Und damit wäre gleichzeitig der Name des ersten Fahrzeugs enthüllt, das auf der neuen "Electrified Modular Architecture" ruht. Natürlich macht Range Rover es spannend, serviert fürs Erste bloß Häppchen, um den interessierten Leser neugierig zu machen.
Allerdings liegt die brisante Nachricht in der Tatsache, dass es sich nicht - wie man vielleicht erwarten würde - um einen Geländewagen oder SUV handelt. Schon im Namen Range Rover GT versteckt sich der Hinweis: Das wird ein Gran Turismo. Doch wie genau er daherkommt, wird man erst noch sehen. Bisher fahren getarnte Entwickler herum, und die sind optisch näher an einer Limousine als am SUV, wenn man genau hinschaut. Die Briten selbst sprechen von Coupé-Proportionen. Interessant.
Unterschied europäischer zu chinesischen Autos
So wenig Land Rover auch über das Äußere verraten mag, ntv.de durfte sich erstmals in den Entwickler hineinsetzen, der zum fünften Mitglied der Range-Rover-Familie gehört. Und der empfängt den Passagier gleich mit einem ganzen Bündel an Annehmlichkeiten. So fällt man auf einen anschmiegsamen Sitz (gilt für beide Reihen) und genießt entweder ein hohes Maß an Beinfreiheit oder den Blick auf wertige Armaturen. Doch dieses Interieur ist mehr als bloß wertig und eher Haltung.
Und es demonstriert auf eindrucksvolle Weise, wie sich europäische Autos beispielsweise von chinesischen unterscheiden können. Nicht einfach noch ein größeres Display auf den Armaturenträger klatschen, sondern vielmehr architektonisch inszenieren. Beim neuen Range Rover ist er ganz klar Baustein einer Architektur, die sonst in ihrem Konzept unvollständig wäre. So verströmt die schmale Ausführung als Kombiinstrument direkt vor den Augen des Fahrers in der Tat eine elegante Note, um mit der generellen Ausrichtung zu korrespondieren. Der große Hauptscreen wurde mit viel Liebe zum Detail gestaltet.
Und es sind Nuancen, die über ästhetisch oder eben nicht entscheiden. So ist der untere schwarze Rand auf der Monitoroberfläche deutlich breiter als der obere, was das Auge sehr wohl registriert. Edle Hölzer im Bereich der Türinnenseiten stehen für dezenten Luxus. Und zwei induktive Ladeflächen für Smartphones bekunden Pragmatismus. Aber sie verschwinden unter seinem Schiebeelement, um das Gesamtkunstwerk nicht zu beschädigen. Lenksäulenhebel in einem glatten Design runden die Stildarbietung ab.
Primär elektrisch angetrieben
Vorn oder im Fond niederlassen, das ist hier außerdem die Frage. Das ausgestellte Entwicklungsfahrzeug ist jedenfalls als Viersitzer ausgelegt und mit breiter Bedienkonsole in der Mitte inklusive Farbdisplay ausgerüstet, was für eine gewisse Exklusivität spricht. Bleibt für als weitere Frage, wie der Range Rover GT angetrieben wird. Zwar gibt es noch keine Angaben zur Motorleistung, aber dass es primär elektrisch wird, verrät der Hersteller schon mal. Er verrät überdies, dass verschiedene Hybridkonstellationen möglich sind. Vielleicht sogar in Kombination mit seinem Sechs- oder Achtzylinder? Wünschenswert wäre es.
Als besonderen Gag haben die Kreativen den monumental wirkenden Entwickler mit einer speziell designten Tarnfolie versehen. Sie soll an die Landschaft rund um Gaydon erinnern, wo der Hersteller entwickelt und kreativ ist. Die Einführung des Range Rover GT hat auch eine historische Dimension. Zumindest informierte Autoenthusiasten dürften unweigerlich an die Zeit erinnert werden, als die einstige und längst verschwundene Marke Rover auch konventionelle Limousinen gebaut hat. Oder man denke an den P5, der in den 1960er-Jahren als viertüriges Coupé vermarktet wurde.
Jetzt läuft die Geschichte rückwärts, was eigentlich richtig cool und spektakulär ist. Während das Label "Land Rover" 1948 als Geländewagenmarke gegründet wurde, um mit der Serie I ein Auto fürs Grobe zu bauen, überlebt hat, während Rover 2005 verschwand, kommt jetzt die Submarke Range Rover mit einem Gran Turismo um die Ecke und bereichert die Automobillandschaft damit ungemein. Verrückt, nicht wahr? Ende des Jahres sollen weitere Informationen folgen. Stay tuned, wie die Briten sagen würden.